Aktuelle Gesundheitsnachrichten «Es fühlt sich nicht gut an» - Europas Weltraumchef Wörner tritt ab Von Julia Naue, dpa Latz aktuelle Nachrichten

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Aktuelle Gesundheitsnachrichten «Es fühlt sich nicht gut an» - Europas Weltraumchef Wörner tritt ab

Von Julia Naue, dpa Latz aktuelle Nachrichten
22 Februar 2021 - 04:45

Aktuelle Nachrichten ! Von Paris aus managt der Chef der europäische WeltraumorganisationEsa Raketenprogramme oder Satellitenmissionen. Und diesen Job hat JanWörner wirklich gern gemacht. Nun räumt er den Chefsessel - in einernicht ganz einfachen Zeit für die europäische Raumfahrt.Paris (dpa) - Er fällt ihm schwer, dieser Abschied. Jan Wörner standseit 2015 an der Spitze der Weltraumorganisation Esa in Paris. Nunräumt der 66-jährige Deutsche seinen Posten als Generaldirektor am28. Februar. «Es fühlt sich nicht gut an», sagt Wörner und so klingter auch. Den lang ersehnten Ruhestand, den ersehne er sich noch langenicht. In Paris folgt ihm der Österreicher Josef Aschbacher. Auf ihnwarten viele Herausforderungen: Die neue europäische TrägerraketeAriane 6 ist noch immer nicht gestartet, die Konkurrenz aus den USAund China setzt den Europäern zu, die Beziehung zwischen Esa undEU-Kommission ist schwierig und der Ruf nach mehr Privatisierung wirdimmer lauter.Wörners wohl wichtigstes Vermächtnis ist das sogenannte «MoonVillage». Er hat mit der Vision einer Art gemeinsamen Basis auf demMond international geworben. Und dieser dauerhafte Außenposten istmit dem amerikanischen Artemis-Mondprogramm, an dem die Europäermaßgeblich beteiligt sind, keine bloße Vision mehr. «Ich bin zur Esagekommen, mit dem Gefühl, jetzt kann ich mal was für Europa tun»,resümiert der Bauingenieur Wörner, der acht Jahre lang das DeutscheLuft- und Raumfahrtzentrum (DLR) in Köln geleitet hat. AusgerechnetEuropa bereitet ihm aber bei seinem Abschied die größtenBauchschmerzen.Und gerade dieser Abschied wirkt nun auch etwas unfreiwillig. Wörnerist zwar nicht noch einmal für den Posten als Direktor angetreten.Doch als die Wahl im Dezember auf Aschbacher fiel, erklärte Wörnerbestimmt, seine erst im Sommer endende Amtszeit voll ausfüllen zuwollen. Dann machte der immer locker und nahbar wirkende Wörner einenRückzieher, Abtritt doch schon Ende Februar. Aschbacher, der aktuellnoch Esa-Direktor für Erdbeobachtung ist, sei bei allen internenSitzungen dabei, so Wörner. «Das ist sowohl für ihn, als auch für dieMitarbeiterinnen und Mitarbeiter in der Esa, und ein Stückchen auchfür mich keine ganz einfache Situation.» Das habe er abkürzen wollen.Mit Sorge betrachtet Wörner nationale Tendenzen in Europa. Es gebeein «Kräftemessen» - die Esa dürfe auf keinen Fall den europäischenZusammenhalt verlieren, mahnt er. Europa ist auch ein Thema, dasssich der 58-Jährige Aschbacher direkt vornehmen möchte. Wie kann sichEuropa besser mit anderen Ländern oder Kontinenten in den Wettbewerbstellen? Diese Diskussion müsse geführt werden, sagt er. Es sei Fakt,dass Europa im Verhältnis zu seiner politischen und wirtschaftlichenPosition sehr viel weniger in die Raumfahrt investiere als etwa dieUSA.Vor allem private US-Unternehmen wie SpaceX des Milliardärs Elon Muskmachen der europäischen Raumfahrt massive Konkurrenz. Europa seigerade im Raketenbereich ins «Hintertreffen» geraten.

. In Europa liege diese Zahl beifünf oder sechs. Doch das Problem ist auch, dass die US-amerikanischeRaumfahrtbehörde Nasa private Unternehmen sehr gefördert hat. Andersin Europa - zumindest im Ausmaß. Auch Aschbacher gesteht ein, dassman hierzulande schneller sein könnte.Und der Druck, im Bereich des sogenannten New Space schneller zusein, ist groß - und kommt auch aus Deutschland. «Ich glaube, dassdie europäische Raumfahrt jetzt an einem Scheidepunkt ist, weil dieRaumfahrt insgesamt dabei ist, sich komplett neu zu erfinden», sagtder Koordinator der Bundesregierung für die Luft- und Raumfahrt,Thomas Jarzombek (CDU). Früher sei die Raumfahrt eherManufakturarbeit gewesen. «Da wurden einzelne Stücke mit vielkünstlerischem Geschick von großen Wissenschaftsorganisationenentwickelt. Jetzt ist die Raumfahrt dabei, eine echte Industrie zuwerden.» Das sehe man daran, was Elon Musk mache.Jarzombek fordert eine «hemdsärmeligere Mentalität». Entscheidend seietwa, dass Privatunternehmen auch staatliche Aufträge bekämen und esfaire Bedingungen gebe. «Die Esa muss diese neuen Dinge befördern,sie darf nicht zu einer Art Verhinderer von Disruptionen werden, indem man versucht, die Dinos der Branche einseitig zu schützen.» Erwirft den Blick dabei auch auf das Sorgenkind Ariane 6, deren Startbereits mehrfach verschoben wurde. Nicht alle seien davon überzeugt,dass es ausschließlich an Corona liege, dass es nun solange dauere.Die Ariane 6 sei zwar um einiges günstiger als ihr Vorgängermodell,die Ariane 5, sagt Aschbacher. Sie könne aber trotzdem nicht diegleichen Preise anbieten wie etwa eine Falcon 9 von SpaceX. Austechnologischer Sicht sei sie aber einwandfrei. Die Rakete wird ihnin seiner Amtszeit sehr beschäftigen. Zum einen muss sie endlichabheben - der Start ist nun für 2022 geplant. Doch was passiert nachAriane 6? «Was muss jetzt gemacht werden, um die Technologieweiterzuentwickeln und eventuell in mittlerer bis ferner Zukunft eineneue, sehr wettbewerbsfähige Rakete entwickeln zu können?», fragt er.Für den Leiter des Instituts für Raumfahrtsysteme in Stuttgart,Stefanos Fasoulas, ist die Ariane 6 weiter wichtig. «DasHauptargument der Ariane-Raketen ist Europas autonomer Zugang zumWeltraum», sagt er. Er hat den Eindruck, dass Europa im Weltraumetwas ins Hintertreffen geraten ist. «Ich hab das Gefühl, Europa istein bisschen aufgewacht, es gibt aber in Zukunft noch vielaufzuholen», sagt er. Aufholbedarf sieht er vor allem bei derwirtschaftlichen Nutzung, Forschungsmissionen oderSatellitentechnologien.Aschbacher ist bisher für das sehr erfolgreicheErdbeobachtungsprogramm Corpernicus verantwortlich gewesen - seineArbeit wird sehr geschätzt. Für ihn ist die neue Stelle ein«Kindheitstraum». Dessen Erfüllung bedeutet nun auch, dass auf ihnein pickepackevoller Schreibtisch wartet.

Source = Deutsch-Nachrichten.Com

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