Aktuelle Gesundheitsnachrichten Flug in die Freiheit: Ende des Lockdowns für Orang-Utans auf Borneo Von Carola Frentzen, dpa Latz aktuelle Nachrichten

Deutsch-Nachrichten.Com - Flug in die Freiheit: Ende des Lockdowns für Orang-Utans auf Borneo Von Carola Frentzen, dpa

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Aktuelle Gesundheitsnachrichten Flug in die Freiheit: Ende des Lockdowns für Orang-Utans auf Borneo
Von Carola Frentzen, dpa Latz aktuelle Nachrichten
22 Februar 2021 - 12:45

Aktuelle Nachrichten ! Ein Jahr lang gab es auch für die Orang-Utans in den Rettungszentrenauf Borneo eine Corona-Zwangspause. Jetzt wurden zehn Tiere in dieFreiheit geflogen. Weit weg von den Menschen - denn noch ist unklar,ob sie Corona bekommen können.Jakarta (dpa) - Hoch über dem Regenwald von Borneo flattern Nenuahsrotbraune Haare im Wind. Das Orang-Utan-Weibchen schaut aus seinerTransportbox immer wieder auf den Dschungel unter ihm. An einem Seilunter dem Hubschrauber schwebt die Box über die Baumkronen hinweg.Mittels einer Kamera im Käfig wird überwacht, dass es Nenuah gutgeht. Immer näher kommt sie einem Leben in Freiheit.Das Tier wurde einst aus einer Haltung in Thailand gerettet undlernte in der Waldschule der BOS Foundation (Borneo OrangutanSurvival), wie es in freier Wildbahn überleben kann. Nenuah meistertedas mit Bravour - und gehört nun zu den ersten zehn Tieren, die nacheiner Corona-bedingten Zwangspause ausgewildert werden. «Ein ganzesJahr lang konnten wir aufgrund der weltweiten Pandemie keineOrang-Utans auswildern», sagt BOS-Geschäftsführer Jamartin Sihite.Orang-Utan bedeutet so viel wie «Mann des Waldes». Die großen Affenkamen einst in weiten Gebieten Südostasiens vor, heute leben sie nurnoch auf den Inseln Borneo und Sumatra. Palmölplantagen, Wilderei undWaldbrände setzen dem Bestand zu. Schätzungen zufolge könntenOrang-Utans in freier Natur in wenigen Jahrzehnten ausgestorben sein.Bis heute ist nicht eindeutig klar, ob sich Orang-Utans mitSars-CoV-2 infizieren können. Bisher gab es wohl keinen bestätigtenFall, auch wegen der sofort eingeleiteten Maßnahmen derOrganisationen, die sich dem Schutz der Tiere verschrieben haben. DieBOS Foundation etwa hatte im März 2020 ihre Rettungszentrenabgeriegelt und erhöhte Sicherheitsstandards für die Mitarbeitereingeführt.Im Januar 2021 wurde bei einigen Gorillas im San Diego Zoo SafariPark in den USA Sars-CoV-2 nachgewiesen, nachdem sie Symptome wieHusten und verstopfte Nasen zeigten. Eine Studie habe gezeigt, dassalle Menschenaffen-Arten entscheidende Merkmale haben, die für eineInfektion mit dem Virus anfällig machen, heißt es von BOS-Experten.

.Im Regenwald von Kalimantan, dem indonesischen Teil von Borneo,beginnt unterdessen für sieben Männchen und drei Weibchen, darunterdas Mutter-Kind-Paar Disha und Deijo, das Abenteuer Freiheit. Dieneuen Wilden sind zwischen 4 und 28 Jahre alt, die meisten haben inihrem Leben schlimme Erfahrungen gemacht. Zum Beispiel Bali, der 2003im Alter von vier Monaten von einer Plantage gerettet wurde. Unterder Haut des Jungtiers steckten zwei Luftgewehrkugeln, ein Bein wargebrochen.Zusammen mit Medizinern, Biologen, Behörden und Experten hat BOS dieHygieneprotokolle angepasst, um die Orang-Utans sicher und gesund inden Urwald entlassen zu können. «Auch die nun ausgewildertenOrang-Utans wurden getestet, um sicherzugehen, dass sie frei vonSars-CoV-2 sind, ehe sie ihr Leben in unseren geschützten Wäldernbeginnen», erklärt Geschäftsführer Sihite. Daniel Merdes,Geschäftsführer von BOS Deutschland, freut sich: «Noch vor unsMenschen dürfen die Orang-Utans aus dem erzwungenen Lockdown in dieFreiheit ziehen.»Um die Auswilderungsgebiete möglichst schnell und ohne weitereAnsteckungsgefahr für die Menschenaffen zu erreichen, entschied sichBOS für den Einsatz eines Helikopters - normalerweise dauert dieReise von den Rettungszentren in die Schutzwälder bis zu drei Tage.«Vor allem wurde so aber vermieden, Dörfer und Siedlungen zudurchqueren, was das Risiko einer gesundheitlichen Gefährdung derTiere inmitten der noch immer grassierenden Pandemie minimierte»,teilt BOS mit.Der Flug ist zwar aufregend für die Orang-Utans, aber er dauert nureine Stunde. Die Tiere sind wach, werden jedoch zur Beruhigung leichtsediert. «Das ist in etwa so wie bei Menschen, die vor einerkurvenreichen Autofahrt oder einem Bootstrip eine Pille nehmen»,erklärt BOS-Tierarzt Agus Fachroni. Manche Menschenaffen seien beiReisen cool und neugierig, andere eher ängstlich und verunsichert.«Wir entscheiden bei jedem einzelnen Orang-Utan, welches Medikamentam geeignetsten ist, so dass die Tiere nur das verabreicht bekommen,was notwendig ist.» Die meisten hätten während des Flugs aus demKäfig geschaut, «so wie ein Mensch beim Flugzeugstart aus dem Fensterblickt, haben Nester gebaut und sich sogar kurz hingelegt», erzähltFachroni.Im Wald angekommen werden die Boxen zügig geöffnet - und dieOrang-Utans laufen ungestüm dem nächsten Baum entgegen. In dennächsten Wochen werden sie von Teams vor Ort genau beobachtet. Kommensie mit dem Leben in Freiheit klar? Finden sie genug Futter? Bauensie täglich ihre Schlafnester? «Erst dann wissen wir, dass dieAuswilderung wirklich geglückt ist», sagt Merdes.

Source = Deutsch-Nachrichten.Com

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