Aktuelle Gesundheitsnachrichten Geduld des Handels ist am Ende: Klagewelle gegen Lockdown rollt Von Erich Reimann, dpa Latz aktuelle Nachrichten

Deutsch-Nachrichten.Com - Geduld des Handels ist am Ende: Klagewelle gegen Lockdown rollt Von Erich Reimann, dpa

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Aktuelle Gesundheitsnachrichten Geduld des Handels ist am Ende: Klagewelle gegen Lockdown rollt
Von Erich Reimann, dpa Latz aktuelle Nachrichten
24 Februar 2021 - 06:45

Aktuelle Nachrichten ! Obi, Media Markt, Breuninger und Co. wollen nicht länger aufZugeständnisse der Politik warten. Immer mehr Händler versuchen, vorGericht ein Ende der Ladenschließungen zu erzwingen.Düsseldorf (dpa) - Egal ob MediaMarktSaturn, Obi oder der ModehändlerBreuninger: Bei immer mehr Einzelhändlern in Deutschland reißt nachMonaten des Lockdowns der Geduldsfaden. Die Folge: Auf die deutschenGerichte rollt derzeit eine Klagewelle zu, mit der dieElektronikhändler, Baumärkte und Modegeschäfte ein Ende derLadenschließungen zur Eindämmung der Corona-Pandemie erzwingenwollen.Beispiel MediaMarktSaturn: Deutschlands größter Elektronikhändler hatbeim Oberverwaltungsgericht Münster einen Eilantrag auf Aufhebung derBetriebsschließungen in Nordrhein-Westfalen gestellt. Anträge inweiteren Bundesländern sollen folgen. «Die bereits seit mehr als zweiMonaten bestehenden Betriebsschließungen in Deutschland sindunverhältnismäßig. Der Einzelhandel war nachweislich nie einInfektionshotspot», begründete Deutschland-Chef Florian Gietl denSchritt.MediaMarktSaturn ist nicht allein. Auch die Baumarktkette Obi, sowiedie Textilketten Peek&Cloppenburg (Düsseldorf) und Breuninger ziehenvor Gericht. «Wir haben Klagen vor den Verwaltungsgerichtshöfen inBaden-Württemberg, in Hessen, in Nordrhein-Westfalen, in Thüringenund Sachsen eingereicht - überall dort, wo wir Häuser haben. Ziel istdie sofortige Aussetzung der Lockdown-Maßnahmen, weil sie nichtverhältnismäßig sind und eine Ungleichbehandlung gegenüber demLebensmittelhandel bedeuten», sagte ein Breuninger-Sprecher.Alternativ fordere das Unternehmen Entschädigungen. «Denn jeder Tag,an dem unsere Stores geschlossen sind, kostet richtig Geld.»Zwar musste Breuninger vor dem Verwaltungsgerichtshof in Mannheimbereits eine erste Niederlage hinnehmen. Doch entmutigt das denHändler nicht: «Das Gericht hat signalisiert, dass der Ausgang desHauptverfahrens offen ist. Wir sind optimistisch, dort doch nochrecht zu bekommen», sagte der Unternehmenssprecher.Der Einkaufsverbund Unitex unterstützt nicht nur in Bayern undRheinland-Pfalz Eilanträge zweier Händler auf Wiedereröffnung ihrerGeschäfte. Er bereitet parallel zusammen mit der RechtsanwaltskanzleiNieding+Barth eine Sammelklage Hunderter Einzelhändler aufSchadenersatz vor. «Weit über 300 Händler beteiligen sich daran»,berichtete Unitex-Marketing-Chef Xaver Albrecht. Es gebe auch bereitsdie Zusage eines Prozesskostenfinanzierers, der eine Million Euro fürdie nächsten juristischen Schritte zur Verfügung stellen wolle.Es ist unübersehbar: Der Handel rückt im Kampf gegen den Lockdownenger zusammen. Das spürte auch das schwäbische Modehaus Riani, dasvor dem Verwaltungsgerichtshof Mannheim auf Gleichstellung mit denFriseuren klagt und seine Geschäfte zum 1. März öffnen will.

. Darunter bekannte Namen wie Gerry Weber, Marc Cain,Ludwig Beck und der Hemdenhersteller Olymp.Mona Buckenmaier aus der Riani-Geschäftsführung sagte: «Wir brauchenAlternativen, wie man die Bevölkerung schützen kann und trotzdemöffentliches Leben möglich ist. Was die Bundesregierung hier bishergeliefert hat, ist sehr dürftig.» In Österreich seien die Geschäftebei weit höheren Inzidenzzahlen wieder geöffnet worden, ohne dass einexponentielle Wachstum der Infektionen eingetreten sei.Die neue Einigkeit im Handel wird aber auch an anderer Stellesichtbar. Handelsketten, Shopping-Center-Betreiber und Mode-Macherforderten am Mittwoch gemeinsam eine zeitnahe Öffnungsperspektive fürden Handel. Der Eigentümer des größten deutschen SchuhhändlersDeichmann, Heinrich Deichmann, warnte, immer mehr Einzelhändler kämenin eine bedrohliche Lage. Es bestehe «die akute Gefahr, dass vieleMenschen in der Branche in den nächsten Monaten ihren Arbeitsplatzverlieren und dass Ladenschließungen zur Verödung von urbanen Räumenführen». Der stationäre Handel brauche «zeitnah alternativeÖffnungskonzepte».Alexander Otto, Chef des Shopping-Center-Betreibers ECE, sagte, vieleHändler stünden schon jetzt mit dem Rücken zur Wand: «Es drohenzahlreiche Insolvenzen und Pleiten, das Verschwinden hunderterHandelsunternehmen, die Schließung tausender Geschäfte und derVerlust zigtausender Arbeitsplätze.» Man werde die Innenstädte nichtmehr wiedererkennen. Dabei hätten Studien gezeigt, dass der Handelkein Infektionstreiber sei.Der Geschäftsführer der größten deutschen Buchhandelskette Thalia,Michael Busch, warnte vor den langfristigen Folgen der durch denLockdown gerissenen Finanzlöcher. «Mit jedem Tag Lockdown geht demHandel die Innovationsfähigkeit für die Zukunft verloren.»Und der Chef des Bekleidungsherstellers s.Oliver, Claus-DietrichLahrs dränge darauf, eine Balance zwischen Gesundheitsschutz undWirtschaftsinteressen herzustellen. «Wir müssen lernen, mit derPandemie zu leben.». Die Zeit dränge, sagte er. «Wir gehen fest voneiner Wiederöffnung am 8. März aus. Wir brauchen diese verbindlicheÖffnungsperspektive.» Andernfalls führe kein Weg an tiefgreifendenRestrukturierungen vorbei. «Bei uns geht es dann unmittelbar um vieleArbeitsplätze und um unsere Flächen in den Innenstädten», warnte er.

Source = Deutsch-Nachrichten.Com

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