Aktuelle Gesundheitsnachrichten Immunologen und Ärzte werben für Astrazeneca-Impfstoff Latz aktuelle Nachrichten

Deutsch-Nachrichten.Com - Immunologen und Ärzte werben für Astrazeneca-Impfstoff

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18 Februar 2021 - 05:45

Aktuelle Nachrichten ! Impfen und Testen - aus dieser Kombination speist sich Hoffnung fürmehr Normalität im Leben. Wenn da nicht die Coronavirus-Variantenwären und Skepsis gegenüber einem Impfstoff. Die Gesellschaft fürImmunologie schlägt hier einen Ausweg vor.Berlin (dpa) - In der Diskussion um die Wirksamkeit desCorona-Impfstoffs von Astrazeneca sind Ärzte und Immunologen bemüht,Zweifel an dem Vakzin zu zerstreuen. Der Impfstoff sei gut undwirksam, betonten der Präsident der Bundesärztekammer, KlausReinhardt, und der Generalsekretär der Deutschen Gesellschaft fürImmunologie, Carsten Watzl. Auch Bundesgesundheitsminister Jens Spahn(CDU) hatte am Mittwoch für den Impfstoff geworben, der in derEuropäischen Union als bislang einziges Vakzin neben denen vonBiontech/Pfizer und Moderna zugelassen ist.Um den Impfstoff von Astrazeneca war eine Diskussion aufgekommen -auch nach einzelnen Rückmeldungen, dass Impfberechtigte Terminewomöglich wegen Bedenken platzen ließen. Das Astrazeneca-Präparat hateine geringere Wirksamkeit als die Mittel von Biontech/Pfizer undModerna - bezogen darauf, wie viele Geimpfte in Studien im Vergleichzu Nicht-Geimpften erkranken. Spahn sagte in Berlin, für alle dreiPräparate gelte, dass ein sicherer und wirksamer zugelassenerImpfstoff schütze. Mit Blick auf Astrazeneca betonte Spahn, er seivon den Zulassungsprozessen und Prüfungen überzeugt. «Und deswegenwerde ich mich zu gegebener Zeit sicherlich auch damit impfenlassen», fügte er hinzu.Der Immunologe Watzl sagte der «Augsburger Allgemeinen» (Donnerstag):«Das Mittel von Astrazeneca ist ein sehr guter Impfstoff, auch wenndie anderen noch ein bisschen besser sind.» Durch den in Deutschlandverlängerten Abstand zwischen erster und zweiter Dosis werde dieWirksamkeit von Astrazeneca mutmaßlich auf 80 Prozent erhöht. DerImpfstoff biete einen deutlichen Schutz vor einer Corona-Erkrankung,der um ein Vielfaches besser sei, als wenn man nicht geimpft sei.Das Astrazeneca-Vakzin unterscheide sich auch bei den Nebenwirkungenkaum von den anderen Wirkstoffen, sagte Watzl weiter. «EinUnterschied zwischen den Impfstoffen ist, dass diese Nebenwirkungenbei mRNA-Impfstoffen in mehr Fällen und stärker nach der zweitenanstelle der ersten Impfung auftreten. Bei Astrazeneca ist es genauumgekehrt.» Reaktionen des Körpers bei Impfungen seien nichtüberraschend und in der Regel Ausdruck davon, «dass der Impfstoff dastut was er tun soll, nämlich eine Immunreaktion auszulösen».Watzl schlug zugleich eine spätere Nachimpfung mit einem anderenMittel vor. «Man kann die Immunität, die man mit demAstrazeneca-Impfstoff ausgelöst hat, ohne Probleme mit einemmRNA-Impfstoff später noch einmal verstärken», sagte Watzl.Spätestens ab dem vierten Quartal stünden mehr Impfdosen zurVerfügung als für eine zweifache Impfung der Gesamtbevölkerung nötigwären, argumentierte der Dortmunder Professor. «Es wäre deshalb keinProblem, eine dritte Impfung mit einem mRNA-Impfstoff nachzuholen.»Die Grünen warfen der Regierung im Zusammenhang mit demAstrazeneca-Impfstoff «massive Kommunikationsversäumnisse» vor. Eswerde zu wenig erklärt, über die Wirksamkeit des Impfstoffes würden«Schauergeschichten» erzählt. Dabei sei eine Wirksamkeit von 70Prozent für Impfstoffe keine Seltenheit, sagte dieGrünen-Gesundheitspolitikerin Kordula Schulz-Asche der «Welt». DerLinke-Gesundheitspolitiker Achim Kessler forderte in derselbenZeitung Freiheit bei der Wahl des Impfstoffs - vorausgesetzt, es seigenug Impfstoff für alle vorhanden.Der Vorsitzende des Weltärztebundes, Frank Ulrich Montgomery, hattesich gegen das Spritzen des Astrazeneca-Vakzins bei medizinischemPersonal und Pflegekräften ausgesprochen. Der Präsident derBundesärztekammer, Reinhardt, rief seine Kolleginnen und Kollegenhingegen auf, sich mit diesem Vakzin impfen zu lassen. «Sie schützendamit sich selbst und andere», sagte Reinhardt der «Neuen OsnabrückerZeitung» (Mittwoch).

.FDP-Fraktionsvize Michael Theurer schlug eine baldige Impfung vonBundespräsident und Kanzlerin vor, um das Vertrauen der Bürger in dieCorona-Schutzimpfungen zu stärken. «Es wäre sicherlich ein sehrpositives Signal, wenn sich Bundeskanzlerin Angela Merkel undBundespräsident Frank-Walter Steinmeier zeitnah öffentlich impfenlassen würden. Das wirkt vertrauensbildend», sagte Theurer der «Bild»(Donnerstag).Neben dem Fortschritt bei den Impfungen sollen Schnelltests den Wegaus dem Lockdown ebnen. Spahn hatte angekündigt, ab dem 1. Märzsollten alle Bürger kostenlos von geschultem Personal auf dasCoronavirus getestet werden können. Ärztepräsident Reinhardt siehtdiese kostenlosen Schnelltests und speziell die vor der Zulassungstehenden Selbsttestungen als Beitrag, damit sich wieder mehrMenschen treffen können. Mit den Impfstoffen und den neuenTestmöglichkeiten gebe es auf jeden Fall «allen Grund zur Hoffnung»,sagte Reinhardt der «Passauer Neuen Presse» (Donnerstag). Natürlichmüssten die Hygieneregeln weiter beachtet werden.Die Vorsitzende des Bundesverbandes der Ärztinnen und Ärzte desÖffentlichen Gesundheitsdienstes, Ute Teichert, zeigte sichskeptischer. Es bringe bei der Pandemie-Bekämpfung nichts, «einfachnur viele kostenlose Tests anzubieten», sagte sie den Zeitungen derFunke Mediengruppe (Donnerstag). Notwendig seien «eine Strategie undklare Regeln». Offen sei etwa die Frage, wie sich jene zu verhaltenhätten, «die bei sich ein positives Ergebnis feststellen».Auch der Hauptgeschäftsführer des Städte- und Gemeindebundes, GerdLandsberg, warnte vor überzogenen Erwartungen an die Tests. Man sollenicht glauben, «ab 1. März stünden überall für alle Schnelltests ingroßer Zahl zur Verfügung», sagte er den Funke-Zeitungen. Zunächstsei daher ein Einsatz in Kitas und Schulen sinnvoll. Grundsätzlichseien die Tests aber ein wichtiges Hoffnungssignal fürÖffnungsperspektiven, nicht nur für Schulen und Kitas, sondern auchfür Einzelhandel, Kultur, Hotels und Gaststätten, betonte Landsberg.Sorgen bereitet Politikern und Experten der Vormarsch vor allem derbritischen Corona-Variante, die als deutlich ansteckender gilt alsdas ursprüngliche Virus. Ihr Anteil stieg laut Robert Koch-Institutbinnen zwei Wochen von 6 auf 22 Prozent. Sachsens MinisterpräsidentMichael Kretschmer (CDU) erneuerte vor dem Hintergrund in derARD-Sendung «Maischberger. Die Woche» seinen Appell, auf Osterurlaubzu verzichten. Bei diszipliniertem Verhalten bis über Ostern hinausgebe es aber Hoffnung für den Sommer. «Dann haben wir die Chance, denJuni, den Juli, den August und dann den September mit großer Freudezu erleben, und danach sind wir alle hoffentlich geimpft. Dann istdiese Pandemie sowieso viel kleiner, viel ungefährlicher als jetzt.»Der Virologe Jonas Schmidt-Chanasit sagte mit Blick auf die britischeVirus-Variante, die Entwicklung sei absehbar gewesen. Das sehe manauch in anderen europäischen Ländern. Positiv sei aber, dass es dortdennoch gelungen sei, die Fallzahlen deutlich zu senken, sagte derVirologe vom Bernhard-Nocht-Institut für Tropenmedizin in Hamburg imZDF-«heute journal».

Source = Deutsch-Nachrichten.Com

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