Aktuelle Gesundheitsnachrichten Kinder gegen Corona impfen? - Empfehlung der Impfkommission erwartet Von Gisela Gross, dpa Latz aktuelle Nachrichten

Deutsch-Nachrichten.Com - Kinder gegen Corona impfen? - Empfehlung der Impfkommission erwartet Von Gisela Gross, dpa

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Deutsch-Nachrichten.Com - Kinder gegen Corona impfen? - Empfehlung der Impfkommission erwartet Von Gisela Gross, dpa

Aktuelle Gesundheitsnachrichten Kinder gegen Corona impfen? - Empfehlung der Impfkommission erwartet
Von Gisela Gross, dpa Latz aktuelle Nachrichten
09 Juni 2021 - 04:45

Aktuelle Nachrichten ! Deutschlands oberste Impfexperten sind skeptisch bezüglich derImpfung von Kindern. Ihre Empfehlung zum Thema soll am Donnerstagerscheinen. Doch wieviel Bedeutung hat ihr Votum überhaupt noch?Berlin (dpa) - Was sie sagt, ist für Ärztinnen und Ärzte einewichtige Richtschnur: Die Ständige Impfkommission (Stiko) wird wohlzunächst keine generelle Empfehlung zum Impfen von Kindern undJugendlichen gegen Corona aussprechen - obwohl sich alle ab 12theoretisch seit Montag impfen lassen können. Dazu Fragen undAntworten:Was ist bisher bekannt?Laut einem vorläufigen Entwurf empfiehlt die Stiko, dass nur Kinderund Jugendliche zwischen 12 und 17 Jahren geimpft werden sollen, diebestimmte Vorerkrankungen haben. Das Gremium nennt in einem alsvertraulich gekennzeichneten Papier, das der Deutschen Presse-Agenturvorliegt, rund ein Dutzend Krankheitsbilder, die mit anzunehmendemerhöhtem Risiko für einen schweren Covid-19-Verlauf einhergehen.Darunter sind etwa Adipositas, chronische Lungenerkrankungen miteiner anhaltenden Einschränkung der Lungenfunktion und chronischeNiereninsuffizienz. Außerdem empfohlen wird die Impfung in demEntwurf Kindern, in deren Umfeld Menschen leben, die stark gefährdetsind, einen schweren Covid-19-Verlauf zu bekommen - und die zumBeispiel selbst nicht geimpft werden können.Kann man ein gesundes Kind dennoch impfen lassen?Ja, so hatte es Bundesgesundheitsminister Jens Spahn (CDU) bereitsangekündigt, ohne die Empfehlung der Stiko abzuwarten. Kinder undJugendliche sollen demnach in die Impfkampagne eingebunden werden. Essei dann eine individuelle Entscheidung von Eltern mit ihren Kindernund den Ärzten. Wie es im Empfehlungsentwurf heißt, soll der Piks«nach ärztlicher Aufklärung und bei individuellem Wunsch undRisikoakzeptanz des Kindes oder Jugendlichen bzw. derSorgeberechtigten möglich» sein.Welche Nebenwirkungen hat die Impfung?Insgesamt bewerten die Autoren einer Studie im «New England Journalof Medicine» die Impfung für die Kinder als gut verträglich, dieImpfreaktionen seien überwiegend mild bis moderat gewesen. Ähnlichwie in anderen Altersgruppen klagten die Kinder am häufigsten überSchmerzen an der Einstichstelle (79 bis 86 Prozent der Kinder nachder ersten, beziehungsweise zweiten Dosis), Müdigkeit (60 bis 66Prozent) und Kopfschmerzen (55 bis 65 Prozent). Etwa 20 Prozentbekamen nach der zweiten Impfung Fieber.Die Beschwerden verschwanden meist innerhalb von wenigen Tagen. Runddie Hälfte der Kinder (50,8 Prozent) nahm nach der zweiten Spritzeein Mittel gegen Fieber und Schmerzen ein. Schwere unerwünschteWirkungen wie Thrombosen oder einen anaphylaktischen Schock habe esim Zusammenhang mit der Impfung nicht gegeben, berichten dieWissenschaftler. Allerdings lässt die geringe Gesamtzahl von 1131Geimpften nur bedingt Rückschlüsse über seltene Nebenwirkungen zu.Warum will die Stiko bislang keine generelle Impfempfehlung geben?Die Experten sprachen zuletzt mehrfach von Wissenslücken bezüglichder Sicherheit des Impfstoffs in der Altersgruppe: Verwiesen wurdeauf die geringe Zahl an geimpften Probanden und eine kurzeNachbeobachtungszeit. Hinzu kommt: Wenn sich gesunde Kinder mitSars-CoV-2 infizieren, haben sie laut Fachleuten ein sehr geringesRisiko, schwer zu erkranken. In anderen Worten: Der Nutzen derImpfung wiegt möglicherweise ihr Risiko nicht auf.Rund 80 Kinder und Jugendliche wurden in der Pandemie bislang aufIntensivstationen in Deutschland behandelt, davon hatten knapp zweiDrittel Vorerkrankungen. Für Erwachsene mit Covid-19 wurden bislangmehr als 112 000 abgeschlossene Intensiv-Behandlungen erfasst (proPatient kann wegen Verlegungen mehr als eine Behandlung gezähltsein).Was kann für eine Impfung eines gesunden Kindes sprechen?«Aus Elternperspektive wäre mein Kind geimpft. Klarer Fall. DiesesRisiko möchte ich nicht», sagte der Charité-Virologe ChristianDrosten kürzlich dem Schweizer Online-Magazin «Republik».

. Diesist eine schwere Erkrankung Wochen nach der Infektion, die bisheraber als selten und gut behandelbar gilt.Von Langzeitfolgen (Long Covid/Post Covid) betroffen sind nachSchilderungen von Ärzten eher Jugendliche als kleine Kinder. Solchelänger anhaltenden Einschränkungen kennen Mediziner auch von anderenVirusinfektionen wie dem Pfeifferschem Drüsenfieber. Auch diePandemie mit Lockdown als Stressfaktor an sich spielt aber wohl eineRolle: «Wenn sich die Pandemiesituation bessert, dürften zumindestbei einem Teil der Betroffenen auch die Ermüdungsanzeichen besserwerden», hatte Markus Hufnagel vom Zentrum für Kinder- undJugendmedizin der Universitätsklinik Freiburg im Frühjahr gesagt.Welche Bedeutung hat eine Stiko-Empfehlung?Was die Stiko nach Aufarbeitung wissenschaftlicher Daten empfiehlt,gilt in Deutschland als medizinischer Standard. Normalerweise ist ihrUrteil wichtig für Fragen der Haftung und der Kostenübernahme durchdie gesetzlichen Krankenkassen. Bei der Corona-Impfkampagne ist diesaber ohnehin über den Bund geregelt. Formal sei das Impfen auch ohneStiko-Empfehlung möglich, es widerspreche aber «einer seit jeheretablierten Praxis», erklärte die Deutsche Gesellschaft fürAllgemeinmedizin und Familienmedizin kürzlich. Beklagt wurde einVertrauensverlust durch «das Vorpreschen einiger politischerEntscheidungsträger». In einer weiteren Stellungnahme stärkten 30medizinische Fachgesellschaften ebenfalls der Stiko den Rücken.Warum unterscheiden sich die Einschätzungen von Stiko undEU-Einrichtungen?Die europäische Arzneimittelbehörde EMA und die EU-Kommission gabenkürzlich grünes Licht für die Zulassung desBiontech/Pfizer-Impfstoffs ab zwölf Jahren - die Stiko schränkthingegen ein. Das mag verwirrend klingen, hat aber nichts mitvermeintlich verschiedenen Meinungen zu tun. Die Institutionen habenunterschiedliche Aufgaben und Blickwinkel: Die EMA ist für diegrundsätzliche Zulassung auf dem europäischen Markt zuständig,während es bei der Stiko darum geht, den Einsatz des Impfstoffs zumbesten Nutzen der Bevölkerung in Deutschland zu regeln. In anderenLändern, etwa mit höheren Fallzahlen oder höheren Anteilen vonKindern an der Bevölkerung, können die Überlegungen anders aussehen.Werden Impfungen aller Kinder zwingend für Herdenimmunität gebraucht?Das hängt auch von der weiteren Entwicklung der Pandemie und derImpfbereitschaft unter Erwachsenen ab. Minderjährige haben einenAnteil von 16,4 Prozent an der Bevölkerung hierzulande - für Kinderunter zwölf Jahren ist bisher aber gar kein Impfstoff zugelassen. AlsSchwelle für den weitgehenden Verzicht auf Maßnahmen und Regelnmüssen laut RKI mehr als 80 Prozent der Bevölkerung immun sein,entweder durch eine vollständige Impfung oder eine durchgemachteInfektion plus Impfung. Sollte sich eine ansteckendere Virusvariantedurchsetzen, könnten noch mehr Immune nötig sein. Bislang hat runddie Hälfte der Menschen im Land noch nicht einmal eine erste Dosisbekommen.Im Gegensatz zur Situation bei der Grippe gelten Kita- undGrundschulkinder nicht als besondere Treiber der Pandemie. Stiko-ChefThomas Mertens schätzte den Nutzen von Kinder-Impfungen für dieHerdenimmunität kürzlich als gering ein: «Man sollte die Hoffnung aufden epidemiologischen Effekt nicht übertreiben.» Manche Fachleuteäußerten auch die Hoffnung auf abschirmende Effekte durch hoheImpfquoten bei Erwachsenen - ob dies aber für einen normalenSchulbetrieb im Herbst und Winter ausreicht, ist die große Frage.Gibt es überhaupt schon genügend Impfstoff für Kinder?Die streng festgelegte Reihenfolge bei der Corona-Impfung ist seitdiesem Montag bundesweit aufgehoben. Mit dem Ende der sogenanntenPriorisierung haben alle ab zwölf Jahren nun zumindest theoretischdie Möglichkeit, einen Impftermin zu bekommen. Impfstoffe sind aberweiter rar, speziell für Kinder reservierte Dosen gibt es nicht. Fürmehrere Experten ein Argument, mit dem Immunisieren gesunder Kinderzu warten: Es gebe noch zu viele gefährdete Erwachsene ohne Impfung.

Source = Deutsch-Nachrichten.Com

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