Aktuelle Gesundheitsnachrichten Streit um Patientenberatung in Deutschland - Kassen fordern Neuanfang Latz aktuelle Nachrichten

Deutsch-Nachrichten.Com - Streit um Patientenberatung in Deutschland - Kassen fordern Neuanfang

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06 April 2021 - 15:00

Aktuelle Nachrichten ! Kostenlose Beratung über Nebenwirkungen und Impfungen, zu Zweifelnwegen einer empfohlenen OP oder Ärger über negativenKrankenkassen-Bescheide - das alles leistet die Patientenberatung.Doch um die Einrichtung tobt ein Streit.Berlin (dpa) - Nach massiver Kritik an der UnabhängigenPatientenberatung Deutschland (UPD) haben die Krankenkassen Union undSPD zu einem Neuanfang aufgefordert. «Wir brauchen eine zeitnahepolitische Entscheidung, wie die UPD verstetigt werden kann», sagteder Verwaltungsratsvorsitzende des GKV-Spitzenverbandes, VolkerHansen, am Dienstag der Deutschen Presse-Agentur in Berlin. Bei derUPD können die Menschen telefonisch, online oder persönlich Rat zuBehandlungen, Diagnosen oder Kassenleistungen einholen. ZwischenUnion und SPD herrscht Uneinigkeit, wie es mit dem Beratungsangebotweitergehen soll.Der Vertrag des jetzigen Trägers, der Callcenter-Firma Sanvartis, fürden Betrieb der UPD endet zwar erst Ende 2022. Doch eine neueAusschreibung müsste spätestens im November veröffentlicht werden,hieß es. Der Bundesrechnungshof hatte bereits im Juni 2020 in einemder dpa vorliegenden Bericht zur UPD unter anderem unwirtschaftlicheMehrfachstrukturen kritisiert. Die UPD wird mit jährlich mindestensneun Millionen Euro durch den GKV-Spitzenverband gefördert.Der Rechnungshof bescheinigte der UPD weiter: «Sie erreichte nur 60Prozent des im Bieterkonzept genannten Zielwertes von 222 500Kontakten.» Eine hohe Personalfluktuation komme hinzu. «DieAbhängigkeit der UPD von der Sanvartis GmbH und weiteren Unternehmender Unternehmensallianz in wirtschaftlicher, organisatorischer undteilweise personeller Hinsicht ist geeignet, den Eindruck fehlenderUnabhängigkeit und Neutralität in der Beratung hervorzurufen», so dieRechnungsprüfer. Sie empfahlen der Politik rechtzeitige Überlegungenzur Zukunft der UPD.Zwischen den beiden Koalitionsfraktionen gab es zuletzt dazu aberkein Einvernehmen.

. EinVorschlag, die UPD bei der Bundespatientenbeauftragten, derzeitClaudia Schmidtke (CDU), anzusiedeln, sei von der SPD abgelehntworden. Die UPD dürfe nicht verlängertet Arm der Regierung werden.Hansen warnte, ohne Entscheidung zur UPD starte im Herbst automatischeine neue Ausschreibung. Eine jeweils zeitlich befristete Vergabe derTrägerschaft, wie sie derzeit vorgeschrieben sei, habe aber«erhebliche Nachteile». Die Beratungsstruktur müsse nach jederNeuvergabe wieder neu aufgebaut werden. «Egal, wer die UPD künftigals Träger verantwortet: Die Komplexität des gewünschtenBeratungsangebots setzt ein hohes Maß an Professionalität voraus.»Das Redaktionsnetzwerk Deutschland (RND) hatte bereits überentsprechende Kassenforderungen berichtet.In einem der dpa vorliegenden Positionspapier warnt der GKV-Verband,dass ohne dauerhafte Institutionalisierung der Patientenberatung vielPersonal gebraucht werde, um alte Beratungsstellen ab- und neueaufzubauen. Beim bisher letzten Wechsel habe der neue Träger bis aufdie Internetdomain kaum etwas vom Vorgänger übernehmen können, hießes in UPD-nahen Kreisen.Die UPD kritisiert regelmäßig auch die Krankenkassen. In ihrerjüngsten Mitteilung zum Beispiel moniert sie, Kassen wiesenHilfsbedürftige an, sich selbst um eine Haushaltshilfe zu kümmern -«trotz eindeutig anderslautender Bestimmungen». Der Co-Verwaltungsratsvorsitzende des GKV-Verbandes, Uwe Klemens, sagte, dieKassen schätzten auch kritische Rückmeldungen, um daraus zu lernen.Sie berieten ihre 73 Millionen Versicherten zudem auch selbsttagtäglich in hoher Anzahl zu Fragen des Versicherungs-, Beitrags-und Leistungsrechts. Hansen forderte, als unabhängigesBeratungsangebot für alle müsse die UPD statt aus Beitrags- künftigaus Steuermitteln finanziert werden.

Source = Deutsch-Nachrichten.Com

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