Aktuelle Gesundheitsnachrichten Technik, Lüften oder beides? - Was schützt Schüler gegen Corona? Von Michael Kirner, dpa Latz aktuelle Nachrichten

Deutsch-Nachrichten.Com - Technik, Lüften oder beides? - Was schützt Schüler gegen Corona? Von Michael Kirner, dpa

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Deutsch-Nachrichten.Com - Technik, Lüften oder beides? - Was schützt Schüler gegen Corona? Von Michael Kirner, dpa

Aktuelle Gesundheitsnachrichten Technik, Lüften oder beides? - Was schützt Schüler gegen Corona?
Von Michael Kirner, dpa Latz aktuelle Nachrichten
19 Februar 2021 - 07:45

Aktuelle Nachrichten ! Viele Familien werden aufatmen: Im verlängerten Lockdown gibt esregional Ausnahmen für Schulen und Kitas. Was sorgt dort amwirksamsten für virenfreie Luft?Berlin (dpa) - Im Kampf gegen das Coronavirus sind die meistenSchulen in Deutschland - abgesehen von einer Notbetreuung - seitMitte Dezember geschlossen. Noch im Februar sollen sie nach demWunsch vieler Bundesländer nun schrittweise wieder öffnen. Doch wiesteht es mit der Infektionsgefahr? Sind mobile Luftreiniger dieideale Lösung? Und was bringt der altmodische Griff zum Fenster? EinFaktencheck:BEHAUPTUNG: In Klassenzimmern schützen mobile Luftfiltergerätebesonders effizient gegen eine drohende Infektion mit Coronaviren.BEWERTUNG: Forscher haben herausgefunden, dass Stoßlüften wirksamerist. Sie empfehlen mobile Luftreiniger unter Umständen als ergänzendeMaßnahme. Als langfristige Lösung seien vor allem fest installierteLüftungsanlagen in Schulen sinnvoll.FAKTEN: Angesichts der Corona-Pandemie preisen zahlreiche Herstellermobile Luftreiniger als ideale Lösung für öffentliche Räume an.Luftreiniger mit sogenannten Hepa-Filtern («High EfficientParticulate Air») sammeln Viruspartikel aus der hindurchströmendenLuft. In einigen Klassenzimmern sind die Geräte schon im Einsatz.Viele Wissenschaftler aber zeigen sich zurückhaltend: «Der Einsatzvon mobilen Luftreinigern allein ist kein Ersatz für ausreichendesLüften an Schulen», stellt die Kommission Innenraumlufthygiene (IRK)beim Umweltbundesamt (UBA) fest. «Mobile Luftreiniger wälzen dieRaumluft lediglich um und ersetzen nicht die notwendige Zufuhr vonAußenluft.» Der Kommission gehören mehr als 20 Experten ausDeutschland, Österreich und der Schweiz an.Um die Infektionsgefahr über Aerosole in der Luft zu verringern, istregelmäßiges Stoßlüften über weit geöffnete Fenster das Maß allerDinge, wie die Kommission erläutert. Denn erstens sei die Wirksamkeitmobiler Luftreinigungsgeräte bislang nicht eindeutig nachgewiesen.Zweitens beseitige die Technik nicht die in Klassenzimmern üblicheAnreicherung von Kohlendioxid (CO2), das für Müdigkeit undKonzentrationsschwäche sorgt.Zwar könnten auch Luftreiniger «einen sinnvollen Beitrag leisten» umdie Partikel- und Virenkonzentration in einem Raum zu reduzieren»,heißt es in einem Positionspapier der Gesellschaft fürAerosolforschung.

. Das Fazit der Forscher: «Aus diesemGrund werden Luftreiniger insbesondere für Räume, in denenregelmäßiges Lüften nicht möglich ist, als zusätzlicher Baustein zurMinimierung des Infektionsrisikos betrachtet.»«Lüften funktioniert nun mal am besten», bestätigt UBA-Präsident DirkMessner. Viele Menschen hofften in der Corona-Pandemie zwar auftechnische Lösungen, Luftreiniger könnten aber dazu verführen, sichin falscher Sicherheit zu wiegen. «Lüften ist die einfachste undwirksamste Maßnahme, um Viren aus der Luft in Klassenzimmern zuentfernen.»Eine Untersuchung aus Hessen untermauert diese These: In einem nichtgenutzten Klassenzimmer einer Wiesbadener Schule verglichen Forscherder Technischen Hochschule Mittelhessen (THM) die Wirkung vonLuftfiltergeräten mit der von Lüften. Dafür wurden freigesetzteAerosole per Ventilator im Raum verteilt. Ein grundlegendesErgebnis: Die Öffnung aller Fenster für drei Minuten beiAußentemperaturen von 7 bis 11 Grad senkte die Konzentration anAerosolen bis zu 99,8 Prozent.Mit vier mobilen Luftfiltergeräten sei hingegen erst nach etwa 30Minuten eine um nur 90 Prozent verringerte Konzentration gemessenworden. Die Wissenschaftler verweisen zudem auf den störenden Lärmder Geräte sowie die hohen Anschaffungskosten.Sollten sich Fenster allerdings nicht ausreichend weit öffnen lassenund auch keine Zu- und Abluftanlagen eingebaut werden können, kämenLuftreiniger «als flankierende Maßnahme zur Minderung einesInfektionsrisikos» in Frage, erklären die Experten desUmweltbundesamtes. Dabei setzen sie jedoch weniger auf mobile als aufzentral oder in einzelnen Räumen fest installierte Geräte.«Fest installierte Lüftungsanlagen sind auch nach der Corona-Pandemienoch von großem Nutzen», meint UBA-Präsident Messner. Anders alsviele mobile Luftreiniger verursachten sie nur geringe Geräusche undließen sowohl die Menge an Krankheitserregern als auch anKohlendioxid und ausgedünsteten Schadstoffen sinken. Außerdem seienfest installierte Anlagen aus Gründen der Nachhaltigkeit und desUmweltschutzes empfehlenswert.Klar ist laut Umweltbundesamt aber, dass weder Stoßlüften nochLüftungsgeräte eine Infektion komplett verhindern können - und dieüblichen Schutzmaßnahmen gegen das Coronavirus auch im Klassenzimmererforderlich bleiben: Abstand halten, Hände waschen, Maske tragen.

Source = Deutsch-Nachrichten.Com

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