Aktuelle Gesundheitsnachrichten Virusvariante grassiert in Flensburg - Ausgangsbeschränkung kommt Von Birgitta von Gyldenfeldt, André Klohn und Wolfgang Schmidt, dpa Latz aktuelle Nachrichten

Deutsch-Nachrichten.Com - Virusvariante grassiert in Flensburg - Ausgangsbeschränkung kommt Von Birgitta von Gyldenfeldt, André Klohn und Wolfgang Schmidt, dpa

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Aktuelle Gesundheitsnachrichten Virusvariante grassiert in Flensburg - Ausgangsbeschränkung kommt
Von Birgitta von Gyldenfeldt, André Klohn und Wolfgang Schmidt, dpa Latz aktuelle Nachrichten
17 Februar 2021 - 19:45

Aktuelle Nachrichten ! Wegen der Ausbreitung der britischen Virusvariante müssen dieFlensburger vorerst nachts zu Haus bleiben. Land und Stadt ziehen dieReißleine. Auch das Kontaktlimit wird weiter verschärft.Flensburg (dpa/lno) - Erste Ausgangsbeschränkung in derCorona-Pandemie in Schleswig-Holstein: In Flensburg dürfen dieMenschen ab Samstag mindestens eine Woche lang von 21.00 bis 5.00 Uhrihre Häuser nur noch aus triftigem Grund verlassen. Arztbesuche undder Weg zur Arbeit und zurück bleiben erlaubt. MinisterpräsidentDaniel Günther (CDU) und Gesundheitsminister Heiner Garg (FDP) gabendie Restriktion für die Stadt an der dänischen Grenze am Mittwochbekannt, nachdem sich dort die britische Virus-Variante rasantausgebreitet hatte.Noch einmal verschärft wird die ohnehin strenge Kontaktbeschränkung:Nun darf sich in der Fördestadt ein Haushalt mit gar keiner weiterenPerson mehr treffen. Ausnahmen gelten für Besuche im Krankenhaussowie Paare mit getrennten Wohnsitzen und Kinder getrennt lebenderEltern. Bisher sind wie im ganzen Land Begegnungen mit einer Personerlaubt.Beide Regelungen gelten zunächst für eine Woche, mit der Option einerVerlängerung um sieben Tage. In fast allen Regionen des Landes gingendie Infektionszahlen zurück, sagte Günther. «Wir haben aber eineSonderlage in der Stadt Flensburg und dem Kreis Schleswig-Flensburg.»Vor allem die Infektionszahlen in Flensburg gäben «Anlass zu großerSorge». Die harten Maßnahmen seien unerlässlich, um die Lage im Griffzu halten. Die Reaktionen seien vollkommen angemessen. Die bisherigenMaßnahmen in Flensburg hätten nicht zum erhofften Ergebnis geführt. Bei der Kontrolle der Ausgangsbeschränkungen unterstütze das Land dieStadt, sagte Günther. Stichprobenkontrollen von Privatwohnungen werdees aber weiterhin nicht geben. Spätestens wenn Flensburg wieder dieInzidenz 100 unterschreite, müssten die verschärften Maßnahmen nichtverlängert werden.«Das sind massive freiheitseinschränkende Maßnahmen, die einer gutenBegründung bedürfen und die unbedingt zeitlich eng begrenzt seinmüssen», meinte Garg. Ihm zufolge spielen die südafrikanische und diebrasilianische Variante im Norden so gut wie keine Rolle. Er betonte,auch gegen die britische Variante könne man sich bei Einhaltung derRegeln schützen. Dies zeige der Nachbar Dänemark.Nach Gesprächen mit der Stadt und dem Kreis Schleswig-Flensburg wurdeentschieden, dass die in Flensburg bereits verschärften Corona-Regelnab Freitag auch im benachbarten Kreis gelten. Beispielsweise ist dannauch dort Einkaufen nur noch allein möglich. Außerdem gilt eineMaskenpflicht auf Spielplätzen.Zudem sollen die Grundschulen in dem Kreis ab Montag nicht wieder inden Präsenzunterricht wechseln, wie das sonst in den meisten Teilendes Landes geschieht.

.Nach lange eher niedrigen Zahlen rangiert Flensburg mit nunmehr rund185 Neuinfektionen pro 100 000 Einwohner binnen sieben Tagen aufPlatz sieben der deutschen Kreise und kreisfreien Städte. Für denKreis Schleswig-Flensburg sprach Günther von einer «steigendenTendenz in Richtung 100». Aktuell betrage der Wert 85.Auch bundesweit breitet sich die britische Virus-Variante schnellaus. Laut Robert Koch-Institut stieg ihr Anteil an den untersuchtenpositiven Proben binnen zwei Wochen von knapp 6 auf mehr als 22Prozent, wie Bundesgesundheitsminister Jens Spahn (CDU) sagte. InFlensburg ist es bereits ein Drittel. Diese Mutante wurde dorterstmals am 15. Januar nachgewiesen. Am Mittwoch (Stand: 11.00 Uhr)betrug die Zahl der vordiagnostizierten Meldungen 283 Fälle.Das Flensburger Corona-Geschehen ist nach Ansicht des Leiters derLandesmeldestelle, Helmut Fickenscher, ursprünglich vor allem aufAktivitäten einer größeren Personalvermittlungsfirma zurückzuführen.«Diese haben mehrere größere Betriebe im Raum Flensburg und auch inDänemark betroffen», sagte der Infektionsmediziner der DeutschenPresse-Agentur. «Und das hat sich in der Bevölkerung in Flensburg undin angrenzenden Gebieten des Kreises Schleswig-Flensburgfortgesetzt.» Betroffen seien vor allem Menschen im Umfeldinfizierter Beschäftigter dieser Firmen. Mittlerweile ist dasGeschehen weit diffuser und die Virus-Variante in allen Stadtteilenaufgetaucht.Noch am 16. Dezember meldete Flensburg 394 nachweislich Infizierteseit Beginn der Pandemie. Die Sieben-Tage-Inzidenz lag bei 51. ZweiMonate später registrierte die Stadt 1360 nachweislich Infizierte.Die Sieben-Tage-Inzidenz hat sich mehr als verdreifacht und warzwischenzeitlich sogar noch höher. Die Virusvariante gilt alsdeutlich ansteckender als das Original.Auch der Geschäftsführer des Flensburger St. Franziskus-Hospitals,das schwerpunktmäßig Corona-Patienten im Norden des Landes behandelt,ist in Sorge. Die Personalkapazitäten seien begrenzt, sagte KlausDeitmaring. «Die Mutation wird uns ohne wirkungsvolle Maßnahmen invier Wochen an unsere Versorgungskapazitätsgrenzen führen.»Um das Geschehen einzudämmen, hat Flensburg bereits vor Tagen dieRegeln verschärft. So darf nur noch eine Person pro Haushalteinkaufen gehen. Auch die Besuchsregeln in Alten- und Pflegeheimenwurden verschärft; Schulen und Kindergärten öffnen zunächst nicht.

Source = Deutsch-Nachrichten.Com

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