Aktuelle Gesundheitsnachrichten Wirtschaft sieht sich bei Corona-Tests auf Kurs - Bericht an Politik Latz aktuelle Nachrichten

Deutsch-Nachrichten.Com - Wirtschaft sieht sich bei Corona-Tests auf Kurs - Bericht an Politik

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06 April 2021 - 05:45

Aktuelle Nachrichten ! Die Spitzenverbände der Wirtschaft stemmen sich gegen gesetzlicheAuflagen bei Tests für Beschäftigte: Ein Aufruf an Unternehmen zeigeWirkung, heißt es in einem Bericht. Doch reicht das der Politik?Berlin (dpa) - Die deutsche Wirtschaft sieht sich bei Corona-Testsfür Beschäftigte auf Kurs. «Zwischen 80 und 90 Prozent der deutschenUnternehmen testen oder bereiten den Teststart unmittelbar vor»,heißt es in einem Schreiben von Spitzenverbänden der Wirtschaft anBundeskanzlerin Angela Merkel (CDU). Das Schreiben liegt derDeutschen Presse-Agentur vor. Darin heißt es: «Der Testappell zeigtdamit trotz kurzer Vorbereitungsphase Wirkung.»Mehr Tests und mehr Homeoffice spielen eine wichtige Rolle in derDebatte darüber, wie eine Ausbreitung der Pandemie eingedämmt werdenkann. Die Spitzenverbände der Wirtschaft lehnen Forderungen aus derPolitik nach gesetzlichen Vorgaben ab.Die Verbände hatten am 9. März an die Unternehmen appelliert, ihrenBeschäftigten Selbsttests und, wo dies möglich sei, Schnelltestsanzubieten, um Infektionen frühzeitig zu erkennen. Eine Befragung desDeutschen Industrie- und Handelskammertags hatte Mitte März ergeben,dass gut die Hälfte der Betriebe regelmäßig Tests anbietet oderplant, dies in Kürze zu tun.Nun heißt es in einem «Sachstandsbericht» unter Verweis auf weitereFirmenbefragungen, die «Test-Trendkurve» zeige klar nach oben. DieRede ist von 87 Prozent der Betriebe allgemein und von 91 Prozent derUnternehmen in der Industrie, die ihren Beschäftigten regelmäßigeCorona-Tests anbieten oder planen, dies in Kürze zu tun.In dem Schreiben an Merkel heißt es, das Testangebot sei bei größerenUnternehmen organisatorisch und beschaffungsmäßig einfacherumzusetzen. Aber auch die kleinen und mittleren Betriebe seien demAufruf gefolgt. Weiter heißt es: «Wir wollen nicht verschweigen, dasses auch Herausforderungen gibt. Dazu zählen Lieferschwierigkeiten undBeschaffungsprobleme, aufwändige Organisation der Tests in Betriebensowie eine zögerliche Annahme des Testangebots bei Beschäftigten undzusätzlich rechtliche Unsicherheiten.»Das Schreiben an Merkel ist unterzeichnet von den Präsidenten RainerDulger (Bundesvereinigung der Deutschen Arbeitgeberverbände),Siegfried Russwurm (Bundesverband der Deutschen Industrie), PeterAdrian (Deutscher Industrie- und Handelskammertag) und Hans PeterWollseifer (Zentralverbands des Deutschen Handwerks).Zu Forderungen aus der Politik nach gesetzlichen Vorgaben heißt es indem Bericht, per Verordnung oder Testpflicht ließen sichHerausforderungen nicht beseitigen.

. «Daran wirdauch eine gesetzliche Test-Pflicht für Betriebe nichts ändern.»Weiter heißt es: «Nicht alle Beschäftigten nehmen ein Testangebotihres Arbeitgebers auch an.» Zum einen könne die Abstrichabnahme alssehr unangenehm empfunden werden, zum anderen könnten auch die Folgeneines positiven Testergebnisses gescheut werden. In dem Bericht wirdaußerdem auf hohe Kosten verwiesen.Die Spitzenverbände der Wirtschaft hatten angekündigt, Anfang Aprileinen Bericht zu den Tests vorzulegen - dieser wurde nun an Bund undLänder verschickt. Die Bundesregierung hatte vor zwei Wochen nachBeratungen mit den Ländern angekündigt, auf der Grundlage desBerichts sowie auf der Grundlage einer eigenen Erhebung zu bewerten,ob ein «regulatorischer Handlungsbedarf» in derArbeitsschutzverordnung bestehe - sprich: ob es gesetzliche Vorgabenfür Tests in Firmen benötigt.Merkel hatte sich vor mehr als einer Woche in der ARD-Sendung «AnneWill» mit der Umsetzung der Corona-Testungen unzufrieden gezeigt. Siehabe den Eindruck, dass dies nicht flächendeckend umgesetzt werde.Man müsse das Testen in den Betrieben «wahrscheinlich» verpflichtendmachen.Im Beschlusspapier von Bund und Länder vor zwei Wochen war als Zielgenannt worden, die Tests sollten Mitarbeitern, so sie nicht imHomeoffice arbeiten, mindestens einmal und bei entsprechenderVerfügbarkeit zwei Mal pro Woche angeboten und auch bescheinigtwerden.Die Frage ist nun, ob die Bundesregierung zufrieden ist mit demBericht der Wirtschaft zur Umsetzung der Teststrategie.Kanzleramtsminister Helge Braun (CDU) hatte der «Bild am Sonntag»gesagt: «Klar ist, wenn es nicht zwei Drittel bis drei Viertel derFirmen sind, ist es zu wenig.» Merkel hatte von «Richtung 90 Prozent»gesprochen.Unklar ist, wie viele Beschäftigte aktuell im Homeoffice sind: In demBericht der Verbände wird auf eine Studie der Hans-Böckler-Stiftungverwiesen, wonach der Anteil der mobil arbeitenden Beschäftigten 24Prozent betrage. Das Ifo-Institut komme in einer aktuellen Studie aufeine Quote von 32 Prozent der Beschäftigten, der DigitalverbandBitkom auf eine Quote von 45 Prozent der Berufstätigen. Darüberhinaus befänden sich aktuell 9 Prozent der Unternehmen und Betriebeim kompletten Lockdown. Besonders betroffen seien etwa das Hotel- undGastgewerbe, die Reisewirtschaft sowie Teile des Einzelhandels.

Source = Deutsch-Nachrichten.Com

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