Aktuelle Gesundheitsnachrichten Zweites Quartal - zweite Chance fürs schnelle Impfen? Von Sascha Meyer, dpa Latz aktuelle Nachrichten

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Aktuelle Gesundheitsnachrichten Zweites Quartal - zweite Chance fürs schnelle Impfen?
Von Sascha Meyer, dpa Latz aktuelle Nachrichten
06 April 2021 - 06:45

Aktuelle Nachrichten ! Die Impfkampagne made in Germany sorgte bei vielen bisher vor allemfür Kopfschütteln und Ärger. Allmählich kommen mehr Termine zustande,Lieferungen ziehen an. Kriegt Deutschland im Frühling doch die Kurve?Berlin (dpa) - Nach drei Monaten mit Frust und Dauerstreit überschleppende Corona-Impfungen ruhen einige Hoffnungen auf demKalender. Im zweiten Quartal werde sich die Lage in Deutschland klarverbessern, versicherte die Bundesregierung immer wieder und bat dieBürger um Geduld. Klappt es jetzt im April, Mai und Juni, beimentscheidenden Schutz gegen das Virus schneller voranzukommen? Anknappen Impfdosen soll es nicht mehr scheitern - angekündigt sinddeutlich größere Millionen-Lieferungen. Die Erwartungen sind aberhoch, dass es in den Impfzentren und mit Tausenden erfahrenenArztpraxen auch organisatorisch runder läuft.«Für das zweite Quartal brauchen wir eine Wende im Management derImpfkampagne», sagte Grünen-Gesundheitsexperte Janosch Dahmen. Bishersei es zu langsam, zu unflexibel und zu einseitig auf die Impfzentrenfokussiert gewesen - trotz allgemeinen Impfstoffmangels blieben soMillionen Dosen unverimpft. Statt nur die Einbindung der Hausärzte zuorganisieren, seien schon jetzt auch Fach- und Betriebsärzte miteinzuplanen. Jeder Kontakt einer Patientin oder eines Patienten zumGesundheitswesen, egal ob zur Vorsorgeuntersuchung oder wegen einesakuten medizinischen Problems, sollte immer auch zu einem parallelenImpfangebot führen. Und: «Die Impfungen müssen jeden Tag und rund umdie Uhr laufen, damit wir die hohe Menge schnell verimpfen können.»Tatsächlich sollen die Lieferungen jetzt kräftig auf Touren kommen.Allein im April werden mehr als 15 Millionen Dosen erwartet. Unddamit mehr, als im gesamten ersten Quartal gespritzt wurden, wieBundesgesundheitsminister Jens Spahn (CDU) erläuterte. Im zweitenQuartal sollen insgesamt 70 Millionen Dosen anrollen. Dabei kommtneben den Präparaten von Biontech/Pfizer, Moderna und Astrazeneca abMitte April noch ein vierter zugelassener Impfstoff dazu: das Mittelvon Johnson & Johnson, bei dem nur eine einzige Spritze reicht. DerBund als Impfstoffbeschaffer weist aber generell darauf hin, dassLiefertermine immer auch wackeln könnten - siehe erstes Quartal.Auch wenn sich nun viele Blicke auf die Arztpraxen richten, stehendie rund 430 regionalen Impfzentren der Länder aber zunächst noch imVordergrund. Sie sollen weiterhin vorrangig beliefert werden. Undzwar mit reservierten 2,25 Millionen Dosen pro Woche im April, wieKanzlerin Angela Merkel (CDU) und die Ministerpräsidenten bei einem«Impfgipfel» am 19. März beschlossen. Hausärzte und auch der Bundhätten sich schon mehr Impfstoff für die Praxen gewünscht. «Jetztmüssen die Länder aber auch liefern», verlangte die KassenärztlicheBundesvereinigung (KBV).

. Etwa mit Stand-by-Listen, umübrig gebliebenen Impfstoff an Wochenenden spritzen zu können.Mancherorts haben Praxen auch schon Impfungen etwa von Krebspatientenübernommen. Jetzt gehen aber 35 000 Hausärzte regulär an den Start,um schrittweise stärker mitzuimpfen. In den ersten drei April-Wochensollen sie laut Bund-Länder-Plan je rund eine Million Dosen erhalten.Das wären zunächst rechnerisch zunächst nur gut 26 Dosen oder eineImpfsprechstunde pro Woche. Ein Schub soll dann aber in der Woche vom26. April mit mehr als drei Millionen Dosen kommen. Das wäre erstmalsmehr als für die Impfzentren. Für viele chronisch Kranke dürfte espraktisch sein, sich gleich bei ihrem Arzt impfen zu lassen - stattdort ein sonst nötiges Attest für einen Impfzentrum-Termin zu holen.Auch für die Praxen gilt generell die wegen des knappen Impfstoffsfestgelegte Reihenfolge, wer zuerst geimpft werden kann. Doch wielange soll das noch gelten, wenn nun viel mehr Dosen kommen, die auchschnell verwendet werden sollen? Es sei «ein Irrglaube, dass diePriorisierung ein zügiges Impfangebot verhindert», mahnte derVorstand der Deutschen Stiftung Patientenschutz, Eugen Brysch.«Vielmehr sichert die ethische Reihenfolge den Anspruch auffrühestmöglichen Schutz der verletzlichsten Bevölkerungsgruppen.»Nötig seien nun sofort auch Impfangebote für 400 000 Schwerstkrankeund Pflegebedürftige, die ihre Wohnung nicht verlassen können.Auch für die politische Stimmung haben es die Impfungen im zweitenQuartal in sich. Denn die erste Freude, dass es so schnell in derPandemie überhaupt schon Impfstoffe gibt, war zu Jahresbeginn binnenTagen hart umgeschlagen. Kann sich der Eindruck drehen, wenn dieImpfungen nun doch besser funktionieren sollten als gedacht? Spahnwill mit wachsenden Impfstoffmengen auch die Informationskampagneverstärken, die etwa mit Schauspielerin Uschi Glas fürs Impfen wirbt.«Jeder, der zusätzlich Vorbild sein mag, ist herzlich willkommen».Unter Beobachtung stehen auch die möglichen Aspiranten auf dieKanzlerkandidatur der Union. Der CDU-Vorsitzende Armin Laschet undCSU-Chef Markus Söder müssen als Ministerpräsidenten die Impfungen inNordrhein-Westfalen und Bayern im Auge haben. Bis Ende Juni dürftedann auch klarer werden, ob das von der Kanzlerin ausgegebene Ziel zuhalten ist, allen Bürgern bis zum Ende des Sommers am 21. Septemberein Impfangebot zu machen - fünf Tage später ist die Bundestagswahl.

Source = Deutsch-Nachrichten.Com

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