Berlin Nachrichten Baden-Württemberg: Beim Hunde-Führerschein geht es vor allem ums Rücksichtnehmen  (Update) Deutsch Nachrichten

Deutsch-Nachrichten.Com - Grün-Schwarz will künftig von Hundehaltern einen «Sachkundenachweis» verlangen. Dass diese Nachricht vor allem Tierschützer freut, hat auch etwas mit ...

Berlin Nachrichten Baden-Württemberg: Beim Hunde-Führerschein geht es vor allem ums Rücksichtnehmen  (Update) Deutsch Nachrichten

Deutsch-Nachrichten.Com - Grün-Schwarz will künftig von Hundehaltern einen «Sachkundenachweis» verlangen. Dass diese Nachricht vor allem Tierschützer freut, hat auch etwas mit ...

Berlin Nachrichten Baden-Württemberg: Beim Hunde-Führerschein geht es vor allem ums Rücksichtnehmen  (Update) Deutsch Nachrichten
05 May 2021 - 09:45

Aktuelle Nachrichten ! Von Henning Otte und Marco KreftingStuttgart. Wie in anderen Ländern sollen Hundehalterinnen und -halter in Baden-Württemberg künftig unter Beweis stellen müssen, dass sie mit ihren Tieren umgehen können. Grüne und CDU wollen nach dem Vorbild Niedersachsens einen Hunde-Führerschein einführen, wie es aus Parteikreisen hieß. Zuerst hatten die "Stuttgarter Zeitung" und die "Stuttgarter Nachrichten" darüber berichtet. Was Tierschützer und Hundeexperten freut, geht der Opposition nicht weit genug.Was genau planen Grüne und CDU? Im neuen Koalitionsvertrag steht, dass man für die Hundehaltung einen "Sachkundenachweis" haben muss. Konkret bedeutet das: Hundehalter müssen in einem schriftlichen Test und einer praktischen Prüfung vor Experten ihr Wissen über das Sozialverhalten der Vierbeiner demonstrieren. In Niedersachsen kostet die Prüfung jeweils 40 Euro. Hintergrund für den Führerschein ist, Menschen vor Beißattacken zu schützen und im Sinne des Tierschutzes den Haltern die Bedürfnisse ihrer Hunde näherzubringen.Für welche Hunde soll eine solche Pflicht gelten? Das ist laut Auskunft der Landestierschutzbeauftragten Julia Stubenbord noch unklar. Gegenüber der "Stuttgarter Zeitung" verweist sie auf Nordrhein-Westfalen, wo ein Sachkundenachweis erst ab einer Körperhöhe des Hundes von mehr als 40 Zentimetern oder einem Gewicht von über 20 Kilo notwendig sei. "Ich befürworte die Einführung eines Sachkundenachweises zum Halten jedes Hundes, unabhängig von der Größe oder dem Gewicht", so Stubenbord.Wie bewerten Tierschützer den Vorstoß grundsätzlich? Sie begrüßen ihn mehrheitlich. Das Problem sei, dass sich jeder erstmal einen Welpen zulegen könne, auch wenn er nicht die nötige Sachkunde habe, sagt Daniela Lisenfeld vom Landestierschutzverband Baden-Württemberg. Wenn die Tiere dann aber nicht beigebracht bekämen, wie sie sich im Rudel mit den Menschen zu verhalten haben, hätten die Ordnungsämter viel zu tun. Andere würden völlig falsch zum Beispiel nur in der Wohnung gehalten. Nach zwei, drei Jahren landeten die Hunde dann wieder im Tierheim, wo Fachleute ihnen das Fehlverhalten abtrainieren müssten, erklärt Lisenfeld. Auch illegaler Welpenhandel sei in dem Zusammenhang ein Thema. Daher sei der Verband mit Sitz in Karlsruhe seit Jahren für einen Hunde-Führerschein. Gerade in Corona-Zeiten hätten sich viele Menschen einen Hund zugelegt, Tierheime hätten fleißig vermittelt, sagt Lisenfeld. "Wir haben aber auch die Sorge, dass das Interesse nach Corona abebbt und viele Hunde wieder zurückgegeben werden."Was sollten Hunde können? Was die Koalition im Detail vorschreiben wird, ist noch nicht klar. Aber Daniela Hubl von der Hundeschule Stuttgart sagt, bei einem solchen Hunde-Führerschein gehe es vor allem ums Rücksichtnehmen und darum, Situationen richtig einzuschätzen. Ähnliche Zertifikate wie der "D.O.Q.-Test" würden schon heute genutzt: "Wer öfter in Berlin Urlaub macht und seinen Hund mitnehmen will, braucht so einen Nachweis", sagt die Inhaberin der Hundeschule. In fünf Praxisstunden à 90 Minuten und drei Theorie-Blöcken von je zweieinhalb Stunden gehe es unter anderem um Haltung, Pflege und Verhalten beim Gassigehen mit und ohne Leine. Rund 200 Euro koste das plus Gebühren für die Prüfung. Die nehme dann ein extra zugelassener Tierarzt ab. Hubl würde aber den einen oder anderen Aspekt gerne verschärfen: So müsse man im Moment einen Part zum Freilaufen nicht machen. "Das wird dann zwar vermerkt, hat aber keine Auswirkungen", kritisiert sie.Wie viele Hunde gibt es denn im Südwesten? Genaue Zahlen erfasst das Statistische Landesamt nicht. Die Zunahme bei den Hundesteuereinnahmen gibt aber einen Hinweis auf die Entwicklung: Gemeinde und Städte im Ländle nahmen den Angaben nach im vergangenen Jahr aus der Hundesteuer insgesamt 48,0 Millionen Euro ein. 2019 waren es 46,2 Millionen Euro.Im Koalitionsvertrag heißt es außerdem, es soll eine Kennzeichnungs-, Registrierungs- und Versicherungspflicht geben. Was steckt da dahinter? In Niedersachsen müssen Hunde schon seit 2011 einen elektronischen Chip tragen und haftpflichtversichert sein. Etwas später kam noch eine zentrale Datenbank hinzu, in der vom Dackel bis zum Dobermann alle Tiere, die älter als sechs Monate sind, angemeldet werden müssen. Ein solches Register ermöglicht es, die Tiere künftig ihren Frauchen und Herrchen zuzuordnen – etwa wenn sie beißen und weglaufen, ohne dass der Besitzer erkennbar ist.Werden Hunde nicht längst erfasst? Nein, nicht direkt. So muss zwar jeder Hund grundsätzlich angemeldet und für ihn die Hundesteuer gezahlt werden. Eine individuelle Kennzeichnung per Chip ist aber nicht für alle Tiere vorgeschrieben. Bislang sind nur wenige Hunde strikt erfasst. So gelten beispielsweise American Staffordshire Terrier, Bullterrier und Pit Bull Terrier nach der Polizeiverordnung des Landes grundsätzlich als besonders gefährlich und aggressiv. Sie sind damit als "Kampfhunde" eingestuft; ihre Haltung muss genehmigt werden. "Gefährlich im Sinn der Verordnung sind auch Hunde, die – unabhängig von ihrer Rasse – bissig sind, in aggressiver oder gefahrdrohender Weise Menschen oder Tiere anspringen oder zum unkontrollierten Hetzen und Reißen von anderen Tieren neigen", heißt es beim Innenministerium weiter.Update: Dienstag, 4. Mai 2021, 19.22 UhrHunde-Führerschein soll im Südwesten Pflicht werdenStuttgart/Karlsruhe. (dpa/lsw) Wie in anderen Ländern sollen Hundehalterinnen und -halter in Baden-Württemberg künftig unter Beweis stellen müssen, dass sie mit ihren Tieren umgehen können. Grüne und CDU wollen nach dem Vorbild Niedersachsens einen Hunde-Führerschein einführen, wie es am Montag aus Parteikreisen hieß. Was Tierschützer und Hundeexperten freut, geht der Opposition nicht weit genug.Im neuen Koalitionsvertrag von Grünen und CDU steht, dass man für die Hundehaltung einen "Sachkundenachweis" haben muss. Konkret bedeutet das: Hundehalter müssen in einem schriftlichen Test und einer praktischen Prüfung vor Experten ihr Wissen über das Sozialverhalten der Vierbeiner demonstrieren.

. Hintergrund für den Führerschein ist, Menschen vor Beißattacken zu schützen und im Sinne des Tierschutzes den Haltern die Bedürfnisse ihrer Hunde näherzubringen.Tierschützer und Hundeschulen begrüßen das. Das Problem sei, dass sich jeder erstmal einen Welpen zulegen könne, auch wenn er nicht die nötige Sachkunde habe, sagte Daniela Lisenfeld vom Landestierschutzverband Baden-Württemberg. Wenn die Tiere dann aber nicht beigebracht bekämen, wie sie sich im Rudel mit den Menschen zu verhalten haben, hätten die Ordnungsämter viel zu tun. Andere würden völlig falsch zum Beispiel nur in der Wohnung gehalten. Nach zwei, drei Jahren landeten die Hunde dann wieder im Tierheim, wo Fachleute ihnen das Fehlverhalten abtrainieren müssten, erklärte Lisenfeld. Auch illegaler Welpenhandel sei in dem Zusammenhang ein Thema.Daher sei der Verband mit Sitz in Karlsruhe seit Jahren für einen Hunde-Führerschein. Gerade in Corona-Zeiten hätten sich viele Menschen einen Hund zugelegt, Tierheime hätten fleißig vermittelt, sagte Lisenfeld. "Wir haben aber auch die Sorge, dass das Interesse nach Corona abebbt und viele Hunde wieder zurückgegeben werden."Wie viele Hunde es im Südwesten gibt, erfasst das Statistische Landesamt nicht. Die Zunahme bei den Hundesteuereinnahmen gibt aber einen Hinweis auf die Entwicklung: Gemeinde und Städte im Ländle nahmen den Angaben nach im vergangenen Jahr aus der Hundesteuer insgesamt 48,0 Millionen Euro ein. 2019 waren es 46,2 Millionen Euro.Daniela Hubl von der Hundeschule Stuttgart sagte, bei einem solchen Hunde-Führerschein gehe es vor allem ums Rücksichtnehmen und darum, Situationen richtig einzuschätzen. Ähnliche Zertifikate wie der "D.O.Q.-Test" würden schon heute genutzt: "Wer öfter in Berlin Urlaub macht und seinen Hund mitnehmen will, braucht so einen Nachweis", sagte die Inhaberin der Hundeschule.In fünf Praxisstunden à 90 Minuten und drei Theorie-Blöcken von je zweieinhalb Stunden gehe es unter anderem um Haltung, Pflege und Verhalten beim Gassigehen mit und ohne Leine. Rund 200 Euro koste das plus Gebühren für die Prüfung. Die nehme dann ein extra zugelassener Tierarzt ab.Hubl würde aber den einen oder anderen Aspekt gerne verschärfen: So müsse man im Moment einen Part zum Freilaufen nicht machen. "Das wird dann zwar vermerkt, hat aber keine Auswirkungen", kritisierte sie.Auch für die Haltung von gefährlichen Tieren, etwa Schlangen, plant die Koalition einen "Sachkundenachweis". Hier sollen die Halterinnen und Halter ebenso lernen, wie man diese Tiere hält und pflegt.Das dürfte im Sinne der FDP-Landtagsfraktion sein. Deren tierschutzpolitischer Sprecher Klaus Hoher monierte: "Der geplante Hunde-Führerschein greift zu kurz. Wir müssen den Schutz aller Haustiere im Land stärken und dafür die Sachkunde aller Heimtierhaltender verbessern." Dabei gelte der Grundsatz "Lenken statt Verbieten". "Anstatt auf Regelungswut müssen wir auf freiwillige Fortbildungsangebote an Heimtierhalter setzen."Im Koalitionsvertrag heißt es außerdem, es soll eine Kennzeichnungs-, Registrierungs- und Versicherungspflicht geben. Was steckt da dahinter? In Niedersachsen müssen Hunde schon seit 2011 einen elektronischen Chip tragen und haftpflichtversichert sein. Etwas später kam noch eine zentrale Datenbank hinzu, in der vom Dackel bis zum Dobermann alle Tiere, die älter als sechs Monate sind, angemeldet werden müssen. Ein solches Register ermöglicht es, die Tiere künftig ihren Frauchen und Herrchen zuzuordnen - etwa wenn sie beißen und weglaufen, ohne dass der Besitzer erkennbar ist.FDP-Politiker Hoher sagte, die Vorteile einer solchen Kennzeichnungs- und Registrierungspflicht gebe es nur, wenn sie EU-weit rechtssicher umgesetzt werde. "Ansonsten wird sie lediglich zu einem grauen Markt führen, der einen wirksamen Tierschutz letztlich nur erschwert."Bislang sind nur wenige Hunde strikt erfasst. So gelten beispielsweise American Staffordshire Terrier, Bullterrier und Pit Bull Terrier nach der Polizeiverordnung des Landes grundsätzlich als besonders gefährlich und aggressiv. Sie sind damit als "Kampfhunde" eingestuft. Ihre Halter können aber unter anderem vor einem Polizeihundeführer zeigen, dass dem nicht so sei."Gefährlich im Sinn der Verordnung sind auch Hunde, die - unabhängig von ihrer Rasse - bissig sind, in aggressiver oder gefahrdrohender Weise Menschen oder Tiere anspringen oder zum unkontrollierten Hetzen und Reißen von anderen Tieren neigen", heißt es beim Innenministerium weiter. var mapElementMobile = document.getElementById('osm-map-mobile'); var mapMobile = L.map(mapElementMobile); L.tileLayer('http://{s}.tile.osm.org/{z}/{x}/{y}.png', { attribution: '© OpenStreetMap contributors' }).addTo(mapMobile); var target = L.latLng(, ); mapMobile.setView(target, 14); L.marker(target).addTo(mapMobile);

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