Berlin Nachrichten Mannheimer Hygiene-Skandal: Ex-Uniklinik-Chef bestreitet Vorwürfe (Update) Deutsch Nachrichten

Deutsch-Nachrichten.Com - Prozessauftakt gegen Ex-Chef der Mannheimer Uniklinik – Alfred D. bestreitet Vorwürfe und schiebt Schuld an Hygieneskandal anderen Führungskräften zu ...

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Deutsch-Nachrichten.Com - Prozessauftakt gegen Ex-Chef der Mannheimer Uniklinik – Alfred D. bestreitet Vorwürfe und schiebt Schuld an Hygieneskandal anderen Führungskräften zu ...

Berlin Nachrichten Mannheimer Hygiene-Skandal: Ex-Uniklinik-Chef bestreitet Vorwürfe (Update) Deutsch Nachrichten
22 Februar 2021 - 19:00

Aktuelle Nachrichten ! Von Alexander AlbrechtMannheim. Man kann sich als Laie ja durchaus die Frage stellen, welchen Sinn ein aufwendiger Prozess macht, der auf lange zurückliegenden Tatvorwürfen beruht und vermutlich – wenn überhaupt – mit einer Bewährungsstrafe enden wird. Diese Sicht verkennt zweierlei: die Arbeit der Ermittler. Dokumentiert in rund 50 dicken Aktenordnern, sorgfältig hinter der Richterbank aufgereiht. Und: Das Verfahren wirft ein Schlaglicht nicht nur auf gravierende Hygienemängel in der Mannheimer Uniklinik – sondern auch auf Probleme in der gesamten Krankenhauslandschaft.Vor dem Landgericht angeklagt ist Alfred D., ein inzwischen 72-jähriger Rentner. Oberstaatsanwalt Peter Lintz hält ihm am Montag vor, als Geschäftsführer des Klinikums die Gefährdung von Patienten bewusst in Kauf genommen zu haben. Durch Untätigkeit und Unterlassen. Der Kaufmann ist die zentrale Figur in einem Hygieneskandal, der Justiz und Öffentlichkeit über Monate in Atem hielt. Wie Lintz ausführt, verpasste die Aufsichtsbehörde, das Regierungspräsidium (RP), dem Krankenhaus bereits Anfang 2007 einen dicken Rüffel.Die Kontrolleure aus Karlsruhe hatten vor Ort Maschinen zum Reinigen und Sterilisieren von Operationsbesteck entdeckt, deren Validierung – eine Art Tüv-Stempel – abgelaufen war. Vielen Mitarbeitern in der sogenannten Sterilgutversorgung fehlte die notwendige Qualifikation. Auch externe Gutachter sollen, so Lintz, die vom Robert-Koch-Institut vorgeschriebene technische und personelle Ausstattung der Abteilung in Zweifel gezogen haben. "Spätestens jetzt" hätte Alfred D. strukturelle Maßnahmen einleiten müssen, um die Defizite zu beseitigen, betont der Staatsanwalt.Zwar habe der Klinikchef damals in einem Schreiben dem RP zugesichert, das Aufbereiten der Operationsinstrumente zu verbessern. "Doch war es ihm klar, dass dies ohne mehr Geld nicht gehe", sagt Lintz. Im Oktober 2013 seien dann Wundinfektionen bei Patienten aufgetreten. Die "Besteckkästen" seien teilweise unvollständig gewesen. Später sollen "offensichtlich" (Lintz) Restschmutz, Blutspritzer und Rostanhaftungen an aufbereiteten OP-Werkzeugen entdeckt worden sein, führt der Ankläger aus, ohne Details zu nennen.Alfred D., dem während seiner Dienstzeit von Mitarbeitern ein "hartes Regiment" nachgesagt wurde, habe für zwei wichtige Posten in der Sterilgutaufbereitung im Jahr 2013 zwei Leiharbeiter ohne Sachkundekenntnis eingestellt. Überhaupt seien seinerzeit 18 der 33 Hygiene-Beschäftigten nicht geschult beziehungsweise weitergebildet worden.Der im Herbst 2014 zurückgetretene Ex-Geschäftsführer kontert die Vorwürfe und verliest in nüchternem Tonfall eine ausführliche Stellungnahme. Alfred D. kritisiert die mangelnde Krankenhausfinanzierung von Bund und Land. Und er verweist auf die "hochkomplexe Organisationsform" der Uniklinik mit ihren 5000 Mitarbeitern: die Stadt trage die Krankenversorgung, das Land Forschung und Lehre. Beide Seiten stellten Mitarbeiter ein. Ein Haus dieser Größe und Art könne nur durch Kommunikation und Delegieren geführt werden.Er habe die Aufgaben für das Säubern und Desinfizieren des OP-Bestecks nach den Beanstandungen des RP per Dienstanweisung an ihm unterstellte Führungskräfte übertragen und ihnen vertraut. Regelmäßige Runden mit Chefärzten, dem Ärztlichen und dem Pflegedirektor, Mitarbeitersprechstunden und die Möglichkeit, anonym Hinweise auf Probleme zu geben – all das hätte den Beschäftigten offen gestanden. Verschmutzte Instrumente seien jedoch nie zur Sprache gekommen, beteuert Alfred D.Deshalb sei er davon ausgegangen, dass mit der Aufbereitung von jährlich 80 000 "Besteckkästen" alles in Ordnung war. Zudem habe die Klinik 25 der knapp 30 "Waschmaschinen" als Folge der RP-Kritik 2007 neu beschafft. Auf Nachfrage der Strafkammer unter Vorsitz von Ulrich Bunk gesteht Alfred D., dass ihm der Personalmangel und der hohe Krankenstand in der Abteilung bekannt gewesen sei. Und ja, es habe Wünsche gegeben, die Sterilgutaufbereitung aufzustocken.

. Der Ex-Klinikchef trocken: "Jeder wollte mehr Personal." Es habe im Krankenhaus regelrechte Verteilungskämpfe gegeben. Der Vorsitzende Richter kann nachvollziehen, dass Alfred D. nicht über alle Vorgänge in seinem Haus Bescheid wusste. "Ich könnte sogar verstehen, wenn Sie sich fragten: Warum sitze gerade ich auf der Anklagebank?"Juristen schätzten den Fall aber möglicherweise anders ein. Als Geschäftsführer habe der Angeklagte auch beim Delegieren von Aufgaben die Pflicht, deren Umsetzung zu überwachen. Da reiche es nicht, sich zurückzulehnen und auf andere zu zeigen. Der Prozess drehe sich um gravierende Versäumnisse. Nicht um "lästige Details". "Dann sind wir ganz schnell bei der Unterlassung", so Bunk, und der Angeklagte habe "ein Problem". Das Land prüft derzeit die Verschmelzung der Unikliniken in Heidelberg und Mannheim zu einem neuen Großklinikum im Format der Berliner Charité. Im Jahr 2019 betrug der Verlust des Mannheimer Krankenhauses rund 40,2 Millionen Euro – finanzielle Spätfolgen der Hygieneaffäre inklusive.Update: Montag, 22. Februar 2021, 16.18 UhrMannheim. (dpa/lsw) Der Skandal um verunreinigtes Operationsbesteck im Uniklinikum Mannheim beschäftigt von diesem Montag an (9.30 Uhr) das Landgericht. Die Anklage wirft dem früheren Geschäftsführer gravierende Versäumnisse vor. Er habe es zwischen 2007 und 2014 "vorsätzlich unterlassen", dafür zu sorgen, dass ausreichend sterilisiertes Operationsbesteck im Klinikbereich für den Einsatz bereitstand. Dadurch sei die Gesundheit "einer Vielzahl von Patienten" gefährdet worden, heißt es vom Landgericht. Die Mängel bei der Reinigung von OP-Besteck waren im Herbst 2014 aufgedeckt worden. Allerdings könne ein Zusammenhang zwischen Infektionen, die bei Patienten aufgetreten waren, und der Verwendung von möglicherweise nicht ordnungsgemäß aufbereiteten Instrumenten "nicht mit der im Strafrecht erforderlichen Wahrscheinlichkeit belegt werden", hatte die Staatsanwaltschaft im Vorfeld des Prozesses betont. Dies sei auch nicht mit einem rechtsmedizinischen Gutachten belegt worden. In dem Prozess geht es um einen möglichen Verstoß gegen das Medizinproduktegesetz. var mapElementMobile = document.getElementById('osm-map-mobile'); var mapMobile = L.map(mapElementMobile); L.tileLayer('http://{s}.tile.osm.org/{z}/{x}/{y}.png', { attribution: '© OpenStreetMap contributors' }).addTo(mapMobile); var target = L.latLng(, ); mapMobile.setView(target, 14); L.marker(target).addTo(mapMobile);

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