Deutsch Nachrichten Strompreise in Deutschland einsame Spitze – Linken-Chef mahnt: „Darf nicht zum Luxusgut werden"  Aktuelle Nachrichten

Deutsch-Nachrichten.Com - Die Haushalte in Deutschland müssen mehr für Strom bezahlen als in allen anderen EU-Ländern. Das liegt an hohen Abgaben. Doch Besserung ist kaum in Sicht.

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08 Juni 2021 - 08:45

Aktuelle Nachrichten ! Die Haushalte in Deutschland müssen mehr für Strom bezahlen als in allen anderen EU-Ländern. Das liegt an hohen Abgaben. Doch Besserung ist kaum in Sicht. Berlin – In keinem anderen europäischen Land müssen die privaten Haushalte so viel für Strom zahlen wie in Deutschland. Das geht aus den Zahlen des europäischen Statistikamts Eurostat hervor. Danach kostete die Kilowattstunde im zweiten Halbjahr 2020 in Deutschland bei einem Jahresverbrauch zwischen 2500 und 5000 Kilowattstunden 30,06 Cent. Bei einem geringeren Verbrauch fällt der Strompreis noch höher aus. Die Zahlen befeuerten am Montag (7. Juni) die Debatte um eine nachhaltige Entlastung der Stromkosten. Deutschland ist vor Dänemark Spitzenreiter beim Strompreis in Europa. Bei Deutschlands nördlichem Nachbarn schlug eine Kilowattstunde inklusive aller Abgaben und Steuern mit 28,19 Cent zu Buche. Im Durchschnitt der 27 EU-Länder kostete die Kilowattstunde den Eurostat-Zahlen zufolge 21,34 Cent. In einigen EU-Staaten wie Ungarn, Estland oder Kroatien ist die Kilowattstunde mit zehn bis 14 Cent sogar noch mal günstiger.Strom in Deutschland: Hohe Abgaben und Steuern als Hauptpreistreiber Als Hauptpreistreiber bei den Stromkosten gelten Abgaben und Steuern. Werden sie herausgerechnet, kostete die Kilowattstunde laut Eurostat in Deutschland 14,51 Cent. Das ist weniger als in Irland, Belgien und Luxemburg. Zum EU-Durchschnitt von 12,82 Cent ist der Abstand so auch geringer als beim Gesamtpreis. Über eine Entlastung der Verbraucher wird seit langem diskutiert. Die Chefin des Energieverbands BDEW, Kerstin Andreae, forderte am Montag, die EEG-Umlage zur Förderung des Ökostroms spätestens bis 2026 schrittweise auf null zu reduzieren. „Die Steuer- und Abgabenlast auf Strom ist mit über 50 Prozent einfach zu hoch“, sagte sie. Das sei ein Hemmschuh für umweltfreundliche strombasierte Anwendungen wie die Elektromobilität oder den Einsatz von Wasserstoff.

. Die Stromsteuer müsse für Privathaushalte abgeschafft und die EEG-Umlage grundlegend reformiert werden, sagte er den Zeitungen der Funke Gruppe. „Das Grundkontingent für Haushalte sollte besonders günstig sein. Strom und Energie dürfen nicht zum Luxusgut werden.“Hohe Strompreise: Keine Reform in SichtDie schwarz-rote Koalition hat sich bisher nicht auf eine grundlegende Reform zur Entlastung bei den hohen Strompreisen einigen können. Zwar soll die EEG-Umlage zur Förderung des Ökostroms nach den Jahren 2021 und 2022 auch 2023 und 2024 mit Milliardenmitteln aus dem Bundeshaushalt stabilisiert werden. Das ist eine Maßnahme, um im Gegenzug zum CO2-Preis beim Tanken und Heizen Verbraucher zu entlasten.Einen Plan zur dauerhaften Abschaffung der Umlage, die Stromkunden über die Stromrechnung bezahlen, gibt es aber nicht. Vor allem Wirtschaftsminister Peter Altmaier (CDU) will, dass die EEG-Umlage vollständig abgeschafft und die Förderung der Ökostrom-Umlagen aus Steuermitteln bezahlt wird. Das aber ist finanziell ein Riesenbatzen - und im Haushalt drohen nach den massiven Belastungen der Corona-Krise große Löcher. Allerdings wächst auch innerhalb der Union sowie bei SPD und Grünen die Bereitschaft, die Bürger bei der EEG-Umlage zu entlasten. Teilweise wird dies als möglicher Ausgleich für Mehrbelastungen durch eine höhere CO2-Bepreisung genannt.Strom: Großhandelspreise deuten auf weiteren Preisanstieg hinIn der zweiten Hälfte des vergangenen Jahres hatten die Privathaushalte in Deutschland von der befristeten Senkung der Mehrwertsteuer profitiert. Strom verbilligte sich nach Berechnungen des Statistischen Bundesamtes um 2,4 Prozent im Vergleich zu den ersten sechs Monaten des Jahres. Marktbeobachter registrieren aber Anzeichen für einen erneuten Anstieg. Im Großhandel gebe es bereits höhere Preise, sagte Thorsten Storck, Energieexperte beim Vergleichsportal Verivox. Die günstigsten Angebote für Verbraucher seien seit Jahresbeginn bereits um rund 6 Prozent teurer geworden. (dpa/AFP/utz) Merkur.de ist Teil von IPPEN.MEDIA. Rubriklistenbild: © Karl-Josef Hildenbrand

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