Deutsch Nachrichten Türkei/Istanbul: „Schleimkatastrophe" besorgt Erdogan - Experten fordern nun schnelles Handeln Aktuelle Nachrichten

Deutsch-Nachrichten.Com - Im Marmarameer vor der türkischen Metropole Istanbul breitet sich eine Schleimplage aus. Präsident Erdogan ist besorgt, Experten fürchten gar ein „Massensterben“.

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Deutsch-Nachrichten.Com - Im Marmarameer vor der türkischen Metropole Istanbul breitet sich eine Schleimplage aus. Präsident Erdogan ist besorgt, Experten fürchten gar ein „Massensterben“.

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09 Juni 2021 - 11:45

Aktuelle Nachrichten ! Im Marmarameer vor der türkischen Metropole Istanbul breitet sich eine Schleimplage aus. Präsident Erdogan ist besorgt, Experten fürchten gar ein „Massensterben“. Istanbul - Das türkische Marmarameer vor Istanbul lädt aktuell so gar nicht zum Baden ein. „Meeresrotz“ oder „Meeresschleim“ wird die dickflüssige Grütze genannt, die an der Oberfläche des Wassers treibt. Die durch Algen ausgelöste Schleimplage ist allerdings nicht nur für Badegäste abschreckend, die Folgen für die Umwelt könnten schwerwiegend werden. Experten warnen vor einem „Massensterben“ der Meereslebewesen. „Schleimkatastrophe“ vor Istanbul: Erdogan besorgt - Höhepunkt „noch nicht erreicht“Am Wochenende äußerte sich auch der türkische Präsident Recep Tayyip Erdogan* zur Schleimplage vor Istanbul. Er führte das Phänomen auf unbehandelte Abfälle zurück und forderte schnelles Handeln. „Wir werden unsere Meere vor dieser Schleimkatastrophe retten“, erklärte Erdogan. Das Staatsoberhaupt der Türkei* sagte, das Umweltministerium sei angewiesen worden, die Bekämpfung der Plage zu koordinieren. Der Umweltminister kündigte daraufhin einen Katastrophenmanagementplan an. Das Meer stehe unter hohem Stress, erklärt Bayram Öztürk, Biologe bei der Türkischen Stiftung für Meeresforschung und Professor an der Universität Istanbul. Neben dem Marmarameer breite sich der Schleim auch im nordägäischen Meer und im westlichen Schwarzen Meer aus. Schon seit den 1980er Jahren warnt Öztürk vor der Gefahr durch den „Meeresrotz“, wie er berichtet. Bislang habe es nichts bewirkt und der Höhepunkt sei „noch nicht erreicht“. Schleimplage im Marmarameer in der Türkei: Experte fürchtet „Massensterben“ der MeereslebewesenDer Schleim ist ein Ausscheidungsprodukt mancher Algen und treibt sowohl an der Meeresoberfläche als auch darunter. Über kurz oder lang setzt er sich am Meeresboden ab. Die Algen vermehren sich etwa durch höhere Temperaturen, erklärt Ekin Akoglu, Meeresbiologe an der Odtü-Universität in Ankara, der Hauptstadt der Türkei*. Die Schleimbildung würde auch durch unbehandeltes Abwasser begünstigt, das direkt ins Meer abgelassen wird. Die Küste des Marmarameeres ist dicht besiedelt. Neben der türkischen Metropole Istanbul liegen weitere Großstädte wie Bursa am Binnenmeer.

. + Aktuell sorgt eine Schleimplage im türkischen Marmarameer für Sorgen bei Experten. Am Fischerhafen von Kartal, auf der asiatischen Seite Istanbuls, wabert eine dicke Schicht an der Oberfläche. © Hüseyin Aldemir/dpaDie Schleimplage im Marmarameer besorgt neben Schwimmern auch Fischer. Sie können ihre Netze nicht auswerfen, weil diese entweder kaputtgehen oder zumindest stark verschmutzt und unbrauchbar werden. Vor allem aber bedroht der Schleim das Leben unter Wasser. Insbesondere für Organismen, die auf dem Meeresboden leben, habe die Plage negative Folgen, erklärt Akoglu. Als Beispiel nennt er Muscheln, deren Wachstum verlangsamt wird, wenn sie unter einer Schleimschicht liegen. Auch weiche Korallen könnten ihrer eigentlichen Aufgabe, dem Filtern des Wassers, nicht mehr nachkommen. Auf lange Sicht sei besonders der negative Einfluss auf das Zooplankton, von dem sich viele Fische ernähren, fatal. Nimmt dessen Menge ab, würden auch die Fischpopulationen weniger. Öztürk fürchtet sogar ein „Massensterben“ der Meereslebewesen. Schleimplage in der Türkei: Experten fordern schnelles HandelnVom angekündigten Rettungsplan der Regierung halten die Experten bislang wenig. Bereits in der Vergangenheit habe es große Ankündigungen gegeben, passiert sei nicht wirklich etwas. Sie fordern nun klare und schnelle Schritte. Kurzfristig könne man den Schleim etwa mechanisch entfernen, sagt Akoglu. Auf lange Sicht brauche es neben einer globalen Klimapolitik, die dem Temperaturanstieg entgegenwirke, vor allem eine bessere Verarbeitung von Abwasser in der Türkei. Öztürk fordert zudem ausgewiesene Schutzzonen, durch die sich das Meer und seine Bewohner erholen könnten sowie mehr Forschung, um dem Problem auf den Grund zu gehen. (ph/dpa) *Merkur.de ist ein Angebot von IPPEN.MEDIA Rubriklistenbild: © Hüseyin Aldemir/dpa

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