Deutschland LokalNachrichten Hecken: Lebensadern in der freien Landschaft Aktuelle Nachrichten

Deutsch-Nachrichten.Com - Feldeinfriedungen sind vielleicht die ältesten Kulturlandschaftselemente der Welt – die ersten Anlagen sollen 1,8 Millionen Jahre zurückreichen. Hat der Sinn sich mit der Zeit auch mitunter gewandelt, sind die auch heute noch unverzichtbar – und die entsp

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Deutsch-Nachrichten.Com - Feldeinfriedungen sind vielleicht die ältesten Kulturlandschaftselemente der Welt – die ersten Anlagen sollen 1,8 Millionen Jahre zurückreichen. Hat der Sinn sich mit der Zeit auch mitunter gewandelt, sind die auch heute noch unverzichtbar – und die entsp

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04 April 2021 - 14:45

Aktuelle Nachrichten ! Feldeinfriedungen sind vielleicht die ältesten Kulturlandschaftselemente der Welt – die ersten Anlagen sollen 1,8 Millionen Jahre zurückreichen. Hat der Sinn sich mit der Zeit auch mitunter gewandelt, sind die auch heute noch unverzichtbar – und die entsprechende Pflege genauso. Im Laufe der Jahrhunderte wurde der Mensch sesshaft, woraus neue Bedürfnisse und Notwendigkeiten entstanden: die Umgrenzung von Haus und Hof um Vieh zu halten, aber auch Angreifer abzuwehren. Aus dieser Funktion leitet sich auch der Name „Hecke“ – althochdeutsch für hegen oder umzäunen – ab. Seit nunmehr 10.000 Jahren legen Menschen weltweit Hecken an, die somit einen prägenden Einfluss auf die Entwicklung der Kulturlandschaft und das Landschaftsbild insgesamt und natürlich auch im Landkreis Nienburg haben, teilt der Fachdienst Naturschutz der Kreisverwaltung mit. Seit dem ausgehenden 19. Jahrhundert gehen jedoch zunehmend Hecken verloren, ursächlich sind verschiedenste Gründe von der Änderung der Besitzverhältnisse von Grund und Boden bis zu veränderten Wirtschaftsmethoden. Eine Hecke ist nicht nur ein optisch bereicherndes Landschaftselement, sondern auch wichtiger Lebensraum für Vögel, Reptilien, Amphibien und Insekten und darüber hinaus eine wichtige Verbindung zwischen Lebensräumen – dem Biotopverbund. Aber auch landwirtschaftlich ist mittlerweile nachgewiesen, dass die Vorteile bei weitem überwiegen: die Erosion durch Wind und in Hanglagen auch durch Wasser werden gesenkt, der Wasserhaushalt wird positiv beeinflusst, windverwehte Wildkrautsamen werden abgefangen, es bildet sich Humus, der die Bodenfruchtbarkeit erhöht. Während in direkter Nähe zur Hecke zwar Ertragseinbußen zu verzeichnen sind, steigt die Produktivität mit zunehmender Distanz deutlich an, bis über den Normalertrag. Dazu beherbergt eine gesunde Hecke diverse natürliche „Schädlingsbekämpfer“ und bietet einen Rückzugsraum für Tiere während Störungen auf dem Feld – zum Beispiel während der Mahd. Die Hecke ist ein vom Menschen geschaffenes Kulturelement, das ursprünglich zum einen aus der Funktionserhaltung und zum anderen aus der Nutz- und Brennholzgewinnung resultierte. Beides wird heute nicht mehr gebraucht - was bedeutet, dass die Hecke nur über Pflegemaßnahmen erhalten werden kann. Das macht die Pflege zeit- und kostenintensiv und muss gut geplant werden. Werden die Gehölze nicht regelmäßig geschnitten, wachsen die Bäume „durch“ und die Hecke verkahlt in Bodennähe. Steht die Hecke auf Weiden, wird diese so für das Vieh durchgängig, wodurch die Lücken immer größer werden, oft bleiben nur einzelne Bäume oder Sträucher übrig. Um eine dichte, geschlossene Hecke zu bewahren, müssen die Gehölze durch Rückschnitt zu immer neuem Austreiben gebracht werden. Die Arbeiten sollten möglichst so durchgeführt werden, dass saubere, geschlossene Schnittflächen entstehen, da sonst Schädlinge wie Pilze eindringen können und die Pflanze schlimmstenfalls abstirbt. Der gesündeste Schnitt entsteht durch manuelle Arbeit mit der Kettensäge – bei vielen Kilometern Hecke ist dies aber nicht zu gewährleisten.

. Bei der Planung von Heckenschnitten sollte auch deren Bedeutung für Natur und Landschaftsbild berücksichtigt werden. Um eine Hecke mit hoher ökologischer Wertigkeit zu entwickeln, braucht sie Platz. Optimal sind Gehölzstreifen von mindestens fünf Metern Breite. Das kann eine ausgreifende, einreihige Hecke sein, oder eine dreireihige Pflanzung, wobei in der Mittelreihe nach Bedarf größere Bäume als „Überhälter“ gesetzt werden können. Diese bieten beispielsweise dem Vieh Witterungsschutz bei Hitze, Wind und Niederschlägen. Im Optimalfall wird die Hecke beidseitig von einem Krautsaum begleitet. Hat sich eine Hecke etabliert, wird sie alle sieben bis 15 Jahre auf rund 80 Zentimeter Höhe zurückgeschnitten – also „auf den Stock“ gesetzt. Das sieht erst einmal trostlos aus. Aber werden die Arbeiten fachgerecht ausgeführt, sodass die Stämmchen nicht platzen oder zerfasern, treiben sie bald dicht aus und bilden erneut eine dichte, üppige Hecke, die Nahrung und Lebensraum für unsere heimische Tierwelt bietet. Hecken gibt es in unterschiedlichsten Ausprägungen, je nach Lage und Zweck. Neben der Zier- oder Gartenhecke gibt es Feldhecken, Wallhecken und, besonders in Norddeutschland typisch, die so genannten „Knicks“. Da Hecken ursprünglich vor allem als „Weidezaun“ genutzt wurden, ist allen Hecken gemein, dass sie besonders im unteren Bereich dicht und somit undurchdringlich sind. Zudem sind Hecken meist mehrreihig. Eine Ausnahme bildet der „Knick“, eine oft einreihige Heckenpflanzung in der Marsch. Besonders ist hier die Pflanztechnik, bei der Triebe der Gehölze geknickt werden, um einen zaunartig dichten Bewuchs zu erreichen. Hecken werden aus den unterschiedlichsten Gehölzen angelegt. Während zum Beispiel Eiche und Esche die hochwachsenden Überhälter bilden, stellen Arten wie Hainbuche, Erle, Vogelkirsche, Eberesche, Faulbaum, Weiden und Birke die nächste Etage. Zu den typischen Sträuchern gehören Hasel, Pfaffenhütchen, Heckenkirsche, Hartriegel, Schneeball, Schlehe, Weißdorn und Hundsrose. So blühen Hecken über einen langen Zeitraum, tragen fast ganzjährig Früchte und bieten zudem einen attraktiven Anblick, teilt der Fachdienst Naturschutz mit.

Source = Deutsch-Nachrichten.Com

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