Letz Nachrichten Hölle auf Erden: Auf Alexej Nawalny wartet das Straflager Aktuelle Nachrichten

Deutsch-Nachrichten.Com - Moskau (dpa) - Alexej Nawalny drohen nach dem Mordanschlag auf ihn mit dem chemischen Kampfstoff Nowitschok neue Gefahren im Straflager. Mindestens zwei Jahre und acht Monate soll...

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Deutsch-Nachrichten.Com - Moskau (dpa) - Alexej Nawalny drohen nach dem Mordanschlag auf ihn mit dem chemischen Kampfstoff Nowitschok neue Gefahren im Straflager. Mindestens zwei Jahre und acht Monate soll...

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22 Februar 2021 - 11:45

Aktuelle Nachrichten ! Moskau (dpa) - Alexej Nawalny drohen nach dem Mordanschlag auf ihn mit dem chemischen Kampfstoff Nowitschok neue Gefahren im Straflager. Mindestens zwei Jahre und acht Monate soll der prominente Kritiker von Kremlchef Wladimir Putin in einer dieser gef?rchteten Haftanstalten verbringen. Sie habe Angst um das Leben des 44-J?hrigen, sagte die Menschenrechtlerin Olga Romanowa von der Gefangenen-Hilfsorganisation Russland hinter Gittern (Rus Sidjaschtschaja) nach dem Richterspruch. Russlands Straflager sind ber?chtigt f?r rohe Gewalt, Folter - und auch Todesf?lle.Sogar Teile der russischen Staatsf?hrung verglichen die ?unmenschlichen? Zust?nde schon mit dem Gulag - den Straflagern zu Zeiten des Sowjetdiktators Josef Stalin (1879-1953). Viele Prominente haben von ihren Erfahrungen dort berichtet, der Putin-Gegner Michail Chodorkowski etwa, der viele Jahre in einer Strafkolonie zubrachte - und sich einsetzt f?r Nawalnys Freilassung. Er bezeichnete es als mutigen Schritt, dass der Oppositionelle trotz drohender Haft nach Russland zur?ckkehrte, nachdem er sich in Deutschland von dem Giftanschlag erholt hatte. Der fr?here Oligarch, der sich einst mit Putin ?berwarf, meinte aber auch, dass auf Nawalny durch weitere Strafverfahren immer noch Haftjahre zukommen k?nnten.?Folter, Schl?ge und Todesf?lle? geh?rten zum Alltag in den Straflagern, berichtete die Aktionsk?nstlerin Nadeschda Tolokonnikowa von der Moskauer Punkband Pussy Riot. Sie wurde mit ihrer Bandkollegin Maria Aljochina 2012 zu zwei Jahren Straflager verurteilt, weil sie in einem Punkgebet in einer Kirche gegen Putin protestiert hatte. In ihrem Buch ?Anleitung f?r eine Revolution? erz?hlte Tolokonnikowa n?chtern und in eindringlichen Bildern von der sklaven?hnlichen Ausbeutung im Strafvollzug. Nach Beh?rdenangaben sitzen rund eine halbe Million Menschen in Russland in Haftanstalten. Nirgends sonst in Europa gibt es laut Gefangenen-Statistiken des Europarats, in dem Russland Mitglied ist, mehr Menschen hinter Gittern, wenn es um die Zahl der Inhaftierten je 100 000 Einwohner geht. Anklagen bedeuten im fl?chenm??ig gr??ten Land der Erde fast immer auch ein Schuldspruch.Auch politische Gefangene wie Nawalny kommen in diese Straflager - aus Sicht von Menschenrechtlern oftmals nicht wegen echter Verbrechen, sondern wegen ihrer regierungskritischen Haltung. Die Aktivistin Tolokonnikowa etwa erlebte im Lager ?IK-14? in Mordwinien als N?herin von Polizeiuniformen Arbeitstage von 7.30 Uhr bis 0.30 Uhr - bei nur einem freien Tag im Monat.

. Die Arbeitsl?hne liegen nach offiziellen Angaben bei unter vier Euro pro Tag.?Hunderte HIV-Kranke arbeiteten 16 Stunden am Tag und richteten die Reste ihres Immunsystems damit zugrunde. Zum Sterben brachte man sie ins Lagerkrankenhaus - damit sie mit ihren Leichen nicht die Koloniestatistik verdarben?, notierte Tolokonnikowa. Die Musikerinnen von Pussy Riot gr?ndeten nach ihrer Entlassung Ende 2013 die Hilfsorganisation Zona Prawa (Zone des Rechts). Besonders setzt sich Tolokonnikowa, wie sie der Deutschen Presse-Agentur einmal sagte, f?r Frauen ein, die sich nach langer Misshandlung gegen h?usliche Gewalt wehrten und ihre M?nner t?teten, um das eigene Leben zu retten.Wie brutal es zugehen kann in den Straflagern, beschrieb schon fr?h der Literaturnobelpreistr?ger Alexander Solschenizyn (1918-2008) in seinem Werk ?Der Archipel Gulag?. Aber auch 30 Jahre nach dem Ende der kommunistischen Gewaltherrschaft hat sich nach Meinung von Menschenrechtlern nichts grundlegend ge?ndert. Die Organisation Memorial sammelt Berichte von Augenzeugen. ?berlebende erz?hlen auch in Dokumentationen oft unter Tr?nen von Willk?r und drakonischen Strafen, von Vergewaltigungen, Hunger und Seuchen.Die kremlkritische Zeitung ?Nowaja Gaseta? berichtete mehrfach, dass Angeh?rige brutal misshandelter oder sogar get?teter Gefangener immer wieder flehend an Pr?sident Putin schrieben, er m?ge gegen ?sadistische Knastaufseher? vorgehen. Doch Anw?lte, Menschenrechtler, die Organisation Russland ohne Folter (Rossija bes Pytok) und Russland hinter Gittern beklagen, diese Beschwerden blieben meist folgenlos f?r die genannten Peiniger.So oder so kommen auf den Putin-Gegner Nawalny harte Zeiten zu - er ist von seiner Frau Julia und den beiden Kindern auf Jahre getrennt. Das Strafvollzugsrecht erlaubt ihm in einem ?Lager allgemeinen Regimes? etwa sechs kurze und vier l?ngere Besuche pro Jahr. Doch wegen der Coronavirus-Pandemie gab es aus vielen Lagern zuletzt Berichte ?ber Einschr?nkungen der Rechte.Die Gefahr im Lager sei auch deshalb gro?, weil dort wegen eines Systems korrupter und krimineller Geflechte und wegen fehlender ?berwachung Verbrechen schwerer aufzukl?ren seien, meinen Experten. Die Menschenrechtlerin Romanowa sagte nach dem umstrittenen Urteil gegen Nawalny, dass er im Untersuchungsgef?ngnis immerhin noch unter starker Beobachtung von Personal und Videokameras stehe. Aber bei einer ?berstellung ins Lager gebe es keine Sicherheit mehr f?r ihn.? dpa-infocom, dpa:210222-99-539891/2

Source = Deutsch-Nachrichten.Com

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