Letz Nachrichten «NSU 2.0»-Drohschreiben: Ermittlungen gehen weiter Aktuelle Nachrichten

Deutsch-Nachrichten.Com - Frankfurt/Main/Berlin (dpa) - Nach der Festnahme des mutmaßlichen Verfassers der rechtsextremen «NSU 2.0»-Drohschreiben will sich die Frankfurter Staatsanwaltschaft am Mittwoch...

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05 May 2021 - 07:45

Aktuelle Nachrichten ! Frankfurt/Main/Berlin (dpa) - Nach der Festnahme des mutma?lichen Verfassers der rechtsextremen ?NSU 2.0?-Drohschreiben will sich die Frankfurter Staatsanwaltschaft am Mittwoch (14.00 Uhr) erneut zu dem Fall ?u?ern. Am Montagabend war in Berlin ein 53 Jahre alter Mann festgenommen worden. Der arbeitslose Deutsche steht im dringenden Verdacht, seit August 2018 bundesweit eine Serie von Drohschreiben mit volksverhetzenden und beleidigenden Inhalten verschickt zu haben. Er sitzt in Untersuchungshaft.Unterzeichnet waren die Schreiben mit ?NSU 2.0? in Anspielung an die Mordserie der rechtsextremen Terrorzelle Nationalsozialistischer Untergrund (NSU). Laut Ermittlern erscheint es naheliegend, dass sich der Mann am Telefon als Beh?rdenmitarbeiter ausgab, um bei verschiedenen Polizeirevieren nicht ?ffentlich zug?ngliche Personendaten f?r die Drohschreiben zu erfragen. Wegen der Abfragen an den Polizeicomputern in Frankfurt, Wiesbaden und Berlin war die Polizei unter gro?en Druck geraten.Empf?nger der Drohschreiben waren ?berwiegend Personen des ?ffentlichen Lebens. Dazu z?hlten etwa die Frankfurter Rechtsanw?ltin Seda Basay-Yildiz, die im M?nchner Prozess um die NSU-Morde Opferfamilien vertreten hatte, die Kabarettistin Idil Baydar und die heutige Linkspartei-Chefin Janine Wissler.Auf die Spur des 53-J?hrigen f?hrten langwierige Ermittlungen. So nahmen die Fahnder rechtspopulistische Plattformen und Foren ins Visier. Dabei fiel ihnen ein User des Forums ?PI-News? auf, dessen Beitr?ge in Form und Duktus den Drohschreiben ?hnelten. Eine sprachwissenschaftliche Analyse des BKA habe den Verdacht erh?rtet.Obwohl es der Absender der Drohschreiben auch mit Nutzung ausl?ndischer Server verstanden hatte, seine Spuren zu verschleiern, spielte laut Ermittlern ein Benutzerprofil auf einer Schachplattform eine wichtige Rolle.

. Aufgrund der gleichen IP-Adresse sowie wortgleicher Beleidigungen im Chat der Schachplattform konnten den Angaben zufolge weitere Profile ermittelt werden. Auch einen Berlinbezug leiteten die Ermittler aus den Kommentaren ab. Anfragen bei dem Betreiber der Schachplattform und bei Kommunikationsanbietern h?tten schlie?lich zur Identifizierung des nun festgenommenen Mannes gef?hrt.Der 53-J?hrige wird nach Angaben der Ermittler verd?chtigt, schon vor Beginn der ?NSU 2.0?-Serie im Jahr 2017 einen Rechtsanwalt in W?rzburg telefonisch bedroht zu haben. ?Hintergrund f?r die Bedrohung d?rfte die Vertretung eines syrischen Fl?chtlings durch diesen Rechtsanwalt gewesen sein?, berichteten die Ermittler. Dessen Mandant sei nach einem ?medienwirksamen Selfie? mit Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) in einem Fl?chtlingsheim im Jahr 2015 angefeindet worden.Innenminister Beuth sieht nach bisherigen Erkenntnissen die hessische Polizei entlastet. ?Die Drohschreiben hatten einen sehr schwerwiegenden Verdacht auf die Polizei gelenkt?, erkl?rte er. ?Nach allem, was wir heute wissen, war nie ein hessischer Polizist f?r die ?NSU 2.0?-Drohmailserie verantwortlich.? Eine Sprecherin der Frankfurter Staatsanwaltschaft sagte, die Ermittlungen zu den illegalen Datenabfragen an hessischen Polizeicomputern gingen weiter. Ein Bezug des Mannes zu Hessen sei derzeit nicht bekannt.Der Verd?chtige war den Ermittlern zufolge bereits in der Vergangenheit wegen zahlreicher - unter anderem auch rechtsmotivierter - Straftaten aufgefallen. 1992 habe er sich als Kriminalpolizist ausgegeben, weshalb er sp?ter wegen Amtsanma?ung verurteilt worden sei. Gegen ihn wird nun unter anderem wegen des Verdachts der Volksverhetzung, des Verwendens von Kennzeichen verfassungswidriger Organisationen, der Bedrohung sowie der Beleidigung ermittelt.? dpa-infocom, dpa:210505-99-471561/2

Source = Deutsch-Nachrichten.Com

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