Letz Nachrichten Sexuelle Belästigung an britischen Schulen weit verbreitet Aktuelle Nachrichten

Deutsch-Nachrichten.Com - London (dpa) - Was früher Pokémon-Karten waren, sind heute Nacktbilder von Mitschülerinnen: In Jungs-Cliquen werden sie systematisch gesammelt und auf WhatsApp oder Snapchat als...

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Deutsch-Nachrichten.Com - London (dpa) - Was früher Pokémon-Karten waren, sind heute Nacktbilder von Mitschülerinnen: In Jungs-Cliquen werden sie systematisch gesammelt und auf WhatsApp oder Snapchat als...

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10 Juni 2021 - 20:00

Aktuelle Nachrichten ! London (dpa) - Was fr?her Pok?mon-Karten waren, sind heute Nacktbilder von Mitsch?lerinnen: In Jungs-Cliquen werden sie systematisch gesammelt und auf WhatsApp oder Snapchat als Troph?en geteilt. So schildert es der Bericht der britischen Aufsichtsbeh?rde Ofsted zu sexueller Bel?stigung an britischen Schulen. Das ?Sammelspiel? ist nur eines von vielen Beispielen f?r den ersch?tternden Befund des Berichts: Sexismus und sexuelle Bel?stigung geh?ren an britischen Schulen zum Alltag.?Die Untersuchung hat mich schockiert. Es ist alarmierend, dass viele Kinder und junge Menschen, vor allem M?dchen, das Gef?hl haben, sexuelle Bel?stigung als Teil des Erwachsenwerdens akzeptieren zu m?ssen?, sagte Inspektorin Amanda Spielman, die am Donnerstag die Ergebnisse vorstellte. Rund 900 Sch?lerinnen und Sch?ler von mehr als 30 Schulen in Gro?britannien wurden f?r die Untersuchung befragt, auch Lehrende und Schulleiter kamen zu Wort.Neun von zehn M?dchen gaben an, oft oder manchmal ungewollt explizite Bilder geschickt oder mit sexistischen Spitznamen angesprochen zu werden. Rund drei Viertel berichteten von sexuellen ?bergriffen. Deutlich mehr als die H?lfte gab an, schon ungewollt ber?hrt worden zu sein.Dass das Ausma? erst jetzt ans Licht kommt, liegt auch daran, dass viele Betroffene ihre Erfahrungen bisher zumindest innerhalb der Schule f?r sich behalten haben - entweder aus Scham oder weil es gar keine richtigen Ansprechpartner gibt. Das Problem werde von Verantwortlichen massiv untersch?tzt, h?lt der Bericht fest. ?Entweder identifizierten sie sexuelle Bel?stigung und sexualisierte Sprache nicht als bedeutsame Probleme, behandeln sie nicht ernsthaft oder wissen gar nicht, dass sie passieren.? Vor allem M?dchen kritisierten in der Befragung, dass im Unterricht nicht gelehrt werde, was respektvoller und akzeptabler Umgang miteinander sei. ?Es sollte nicht unsere Verantwortung sein, Jungs zu erziehen?, sagte eines der befragten M?dchen. Einige haben die Sache bereits selbst in die Hand genommen und versuchen, ?ber soziale Medien Aufkl?rung zu betreiben.Dazu geh?rt auch Soma Sara, die Gr?nderin der Initiative ?Everyone's Invited? (auf Deutsch: ?Alle sind eingeladen?), die den Stein in Gro?britannien ma?geblich ins Rollen brachte. Im vergangenen Jahr fing die 22-j?hrige Studentin ?ber Instagram an, sich ?ber sexuelle Bel?stigung und Gewalterfahrungen auszutauschen. ?Ich war total ?berw?ltigt?, erz?hlte Sara im dpa-Gespr?ch ?ber die Zeit, in der fast alle Frauen aus ihrem Umfeld ihre Erfahrungen mit ihr teilten. Als sie rund 300 Beispiele gesammelt hatte, war klar: ?Das ist nur die Spitze des Eisbergs.

.550 anonyme Berichte von britischen Sch?lerinnen und Studentinnen im ganzen Land. Manchester, Eton, Highgate, Swansea: Unbekanntere Colleges und staatliche Schulen geh?ren ebenso zu den Schaupl?tzen wie teure Privatschulen oder die renommierten Elite-Unis in Oxford oder Cambridge. Es geht um Mitsch?ler, die unter dem Tisch ?bergriffig werden. Um Lehrer, die ihren Sch?lerinnen auf die Br?ste starren. Um vermeintliche Studienfreunde, die sich als Vergewaltiger herausstellen.?Everyone's Invited? beschreibt sich selbst als ?Bewegung, die sich daf?r einsetzt, die ?Vergewaltigungskultur? auszurotten?. Soma Sara gibt zu, dass der Begriff ein extremer ist - allerdings ist er bewusst so gew?hlt. ?Das Wort Vergewaltigung kann sich f?r einige Leute extrem anf?hlen?, sagt die Aktivistin. ?Aber es geht darum, damit wirklich eine breite, komplexe Kultur des Missbrauchs anzusprechen.? Saras Ansicht nach kommen viele Vergewaltiger nur deshalb ungeschoren davon, weil weniger drastische Arten der Bel?stigung in der Gesellschaft als normal angesehen und nicht diskutiert w?rden. Dass ?Rape Culture?, der englische Begriff f?r ?Vergewaltigungskultur?, es in den vergangenen Wochen mehrfach auf die Titel gro?er britischer Zeitungen geschafft hat, sieht Sara als Erfolg ihrer Initiative an.Auch die Ofsted-Untersuchung h?tte es ohne die Initiative nicht zu diesem Zeitpunkt gegeben. Everyone's Invited forderte nach der Untersuchung, auch an Schulen die M?glichkeit zu etablieren, sexuelle ?bergriffe und Bel?stigungserfahrungen anonym anzuzeigen. ?Das w?rde die massive Kluft zwischen den Vorf?llen und denen, die berichtet werden, verkleinern?, sagte Soma Sara am Donnerstag der BBC.Die klare Empfehlung der Aufsichtsbeh?rde lautet: Schulen und Colleges sollten davon ausgehen, dass die eigenen Sch?ler von sexueller Bel?stigung betroffen seien - und entsprechende Konsequenzen ziehen. Ziel m?sse eine Kultur sein, in der dieser Sexismus nicht mehr toleriert werde. Das britische Bildungsministerium k?ndigte an, Lehrer sollten mehr Unterst?tzung erhalten, um sexuelle Bel?stigung in der Schule besser zu erkennen und damit umzugehen.? dpa-infocom, dpa:210610-99-934174/5

Source = Deutsch-Nachrichten.Com

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