Letz Nachrichten Überwiegend positive Reaktionen auf Papst-Brief Aktuelle Nachrichten

Deutsch-Nachrichten.Com - München/Rom (dpa) - Der Kirchenrechtler Thomas Schüller sieht in der Ablehnung des Rücktrittsgesuchs von Münchens Erzbischofs Kardinal Reinhard Marx einen Aufruf zu...

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Deutsch-Nachrichten.Com - München/Rom (dpa) - Der Kirchenrechtler Thomas Schüller sieht in der Ablehnung des Rücktrittsgesuchs von Münchens Erzbischofs Kardinal Reinhard Marx einen Aufruf zu...

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10 Juni 2021 - 15:45

Aktuelle Nachrichten ! M?nchen/Rom (dpa) - Der Kirchenrechtler Thomas Sch?ller sieht in der Ablehnung des R?cktrittsgesuchs von M?nchens Erzbischofs Kardinal Reinhard Marx einen Aufruf zu Reformen. ?Die Botschaft:?Wir k?nnen vor der strukturellen S?nde und Schuld des sexuellen Missbrauchs nicht fliehen - sondern m?ssen ihr gemeinsam ins Auge schauen. Und: wir m?ssen Reformen ansto?en, das hei?t Fleisch auf den Grill legen?, sagte der Direktor des Institutes f?r Kanonisches Recht an der Westf?lischen Wilhelms-Universit?t (WWU) M?nster der Deutschen Presse-Agentur.Papst Franziskus hatte den R?cktritt des Erzbischofs von M?nchen und Freising am Donnerstag ?berraschend schnell abgelehnt. ?Mach weiter, so wie Du es vorschl?gst, aber als Erzbischof von M?nchen und Freising?, schrieb das Oberhaupt der katholischen Kirche in einem Brief an Marx, den der Heilige Stuhl ver?ffentlichte. ?"Vors?tze" zur ?nderung des Lebens zu machen, ohne "das Fleisch auf den Grill zu legen", f?hrt zu nichts?, hie? es darin auch.Der Brief an Marx sei ?au?ergew?hnlich pers?nlich und klar?, sagte Sch?ller. ?So bleibt Kardinal Marx Erzbischof und ein wichtiger Begleiter des Papstes?. Er werde nun im Amt als S?nder mit seinen Fehlern als Bischof von Trier und Erzbischof von M?nchen-Freising im Umgang mit F?llen von sexuellem Missbrauch konfrontiert werden. ?Das mag schmerzlich sein, aber der Papst erspart Marx nicht diesen Gang.?Missbrauchsexperte:?M?ssen uns der Krise stellenMissbrauchsexperte Pater Hans Zollner sieht in dem Brief des Pastes Botschaften an alle Bisch?fe in der Welt. ?Wir m?ssen uns der Krise stellen, ohne die Verbrechen der Vergangenheit zu verstecken?, sagte Zollner der Deutschen Presse-Agentur. Die Botschaft sei auch, dies ohne Angst vor individuellen und institutionellen Konsequenzen zu tun. Es brauche den Mut, einen pers?nlichen Preis zu zahlen, auch wenn er darin bestehen sollte, Spannungen auszuhalten, f?r die man keine pers?nliche Verantwortung trage. Zollner ist Mitglied der 2014 eingerichteten P?pstlichen Kommission f?r den Schutz von Minderj?hrigen. Mit dem Schreiben reagierte Papst Franziskus auf das R?cktrittsangebot Marx', der damit weiter Erzbischof von M?nchen und Freising bleibt. ?Mach weiter, so wie Du es vorschl?gst, aber als Erzbischof von M?nchen und Freising?, hie? es darin.?Br?derliche R?ckenst?rkung?Die katholische Reformbewegung ?Wir sind Kirche? sieht die schnelle Antwort aus Rom als ?br?derliche R?ckenst?rkung? f?r Kardinal Reinhard Marx. Der Brief sei auch eine Aufforderung an Marx, ?sich hier in seinem Bistum und auf dem Reformkurs der katholischen Kirche in Deutschland auch weiterhin mit seiner Kraft und Kompetenz einzusetzen?, sagte ?Wir sind Kirche?-Sprecher Christian Weisner. ?Es ist ein Zeichen, dass es mehr noch als eines personellen Wechsels eines strukturellen, mentalen und spirituellen Wechsels bedarf.?Der Papst mache deutlich, ?dass die Kirche keinen Schritt nach vorne tun kann?, ohne ?die Katastrophe des sexuellen Missbrauchs in der Kirche und ihres Umgangs damit anzunehmen?, sagte Weisner.Brief dokumentiert das hohe Ansehen von MarxDer Pr?sident des Zentralkomitees der deutschen Katholiken, Thomas Sternberg, begr??t die Entscheidung von Papst Franziskus ebenfalls. Er sei ?froh, dass Kardinal Marx uns als starke Stimme erhalten bleibt?, sagte Sternberg der ?Rheinischen Post?. Die Entscheidung aus Rom zeige, ?dass die angebliche Unzufriedenheit ?ber den Synodalen Weg in Deutschland der vielschichtigen Realit?t nicht entspricht.?Die Reaktionen auf Marx' R?cktrittsangebot h?tten gezeigt, ?dass er ein sehr hohes Ansehen genie?t und man den Ernst, wie er mit der extrem schwierigen Lage der katholischen Kirche in Deutschland umgeht, sehr gew?rdigt hat?.Ablehnung des R?cktrittsangebots nicht ohne RisikoDer Theologe Daniel Bogner sieht in der Ablehnung des R?cktrittsgesuchs auch ein Risiko.

.?Ein eventuell dann doch notwendiger R?cktritt w?rde auch den Papst belasten. Man wird dann fragen: Hat er die Hinweise auf die pers?nliche Schuld, von denen Marx ja selbst spricht, nicht ernst genug genommen? Dass Franziskus dieses Risiko sehenden Auges eingeht, zeigt, wie ernst es um die Kirche bestellt ist.??Der Papst signalisiert mit seiner Entscheidung: Er braucht Marx als reformpolitisches Schwergewicht in der gegenw?rtigen Situation der Kirche dringend?, sagte Bogner. Marx habe nun ?die volle Prokura, mit offenem Visier f?r Anliegen zu k?mpfen, bei denen er bisher vielleicht doch eher diplomatisch verhalten agiert hat, weltkirchlich und innerhalb der deutschen Kirche?.Den R?cktritt anzunehmen und dann ?m?hevoll nach einem einigerma?en ad?quaten Nachfolger zu suchen?, h?tte wom?glich eine wenig kraftvolle Botschaft gesendet, sagte Bogner. Aber die Entscheidung sei nicht ohne Risiko.Kritik an Papst-Entscheidung vom ?Eckigen Tisch?Mit der Ablehnung will sich Papst Franziskus nach Ansicht des Vereins ?Eckiger Tisch? auch selbst sch?tzen. ?Marx zielte mit seiner Erkl?rung auf die Verantwortung aller Bisch?fe, auch die des Bischofs von Rom, f?r das System aus Missbrauch und Vertuschung, das die Katholische Kirche weltweit pr?gt?, teilte der Verein mit. Der ?Eckige Tisch? vertritt die Interessen von Betroffenen sexueller Gewalt an Kindern und Jugendlichen speziell im Kontext der Katholischen Kirche.Franziskus moderiere diese ersch?tternde Einsicht jetzt einfach weg und entlaste damit auch sein eigenes Amt, hie? es weiter. Die Opfer-Vertreter kritisierten zudem, dass Franziskus die Verantwortung der Bisch?fe an Machtmissbrauch und Vertuschung von Missbrauch relativiere. Sie forderten, dass Franziskus den Betroffenen wirklich zuh?re. Von dem radikalen Neuanfang, den das R?cktrittsgesuch von Kardinal Marx andeutete, sei durch die Entscheidung des Oberhaupts der katholischen Kirche jetzt wenig geblieben.Bisch?fe in Deutschland wollen beratenDer Vorsitzende der Deutschen Bischofskonferenz (DBK), Georg B?tzing, begr??te die Entscheidung. ?Bischof B?tzing ist erleichtert, dass Kardinal Marx weiter im Amt ist und freut sich auf die Fortsetzung der Zusammenarbeit?, sagte ein?Sprecher. Die Bisch?fe wollen nun ?ber die Laage der Kirche in Deutschland beraten. ?Der n?chste St?ndige Rat ist der Ort, wo die Bisch?fe ?ber die Gesamtlage der Kirche in Deutschland sprechen werden?, sagte ein Sprecher der DBK in Bonn.Eine ??berzeugungsentscheidung? vom PapstDie zeitnahe Reaktion von Papst Franziskus wertet Pater Bernd Hagenkord als eine ??berzeugungsentscheidung?. Mit ?mach weiter, so wie Du es vorschl?gst? habe das Oberhaupt der katholischen Kirche Marx den R?cken gest?rkt, erkl?rte der Vatikan-Blogger und geistliche Begleiter des katholischen Reformprozesses Synodaler Weg der Deutschen Presse-Agentur. Es bleibe nun abzuwarten, welche Impulse die Entscheidung des Papstes ausl?se.Marx bleibe in jedem Fall im Amt. Der 67-J?hrige m?sse ohnehin in etwas mehr als sieben Jahren seinen R?cktritt einreichen, denn dann habe er die Altersgrenze f?r sein Amt als Erzbischof von M?nchen und Freising erreicht, erkl?rte Hagenkord weiter.Marx selbst will sich laut seines Sprechers voraussichtlich im Laufe des Tages aktuell dazu ?u?ern. Wann und wie genau, sei aber noch nicht klar.? dpa-infocom, dpa:210610-99-937644/11

Source = Deutsch-Nachrichten.Com

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