Saarland Nachrichten Mit Geld verliert es sich besser Saarbrücken Nachrichten

Deutsch-Nachrichten.Com - Gekaufte Ergebnisse, gierige Spieler und zweifelhafte Moralvorstellungen – vor 50 Jahren lud ein Klubpräsident zu seinem 50. Geburtstag und schenkte der Bundesliga einen Skandal, auf den sie lieber verzichtet hätte. Mittendrin: Hertha BSC. Von Lynn Kraemer

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Deutsch-Nachrichten.Com - Gekaufte Ergebnisse, gierige Spieler und zweifelhafte Moralvorstellungen – vor 50 Jahren lud ein Klubpräsident zu seinem 50. Geburtstag und schenkte der Bundesliga einen Skandal, auf den sie lieber verzichtet hätte. Mittendrin: Hertha BSC. Von Lynn Kraemer

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06 Juni 2021 - 11:45

Aktuelle Nachrichten ! Gute Verlierer und schlechte Verlierer. In welche Kategorie der Präsident der Offenbacher Kickers im Juni 1971 gehört, ist schwer auszumachen. Die Mannschaft von Horst-Gregorio Canellas ist einer der Absteiger der Bundesliga-Saison 1970/71. Die Offenbacher konnten beim finalen Bestechungsbieten um einen Sieg oder eine Niederlage von Hertha BSC nicht mithalten. imago images/O. Behrendt Saisonrückblick Hertha BSC - Pleiten, Preetz und Quarantäne Hertha hat es wieder geschafft. Die Blau-Weißen haben eine unvergessliche Saison geboten: mit Abstiegskampf, Entlassungen, Quarantäne und einem Happy End. Eine Spielzeit wie eine Soap. Gut, dass ein Filmteam dabei war. Von Dennis Wiese Der letzte Spieltag Am 5. Juni 1971 macht es dem Tabellendritten Hertha BSC nicht mehr viel aus, zu verlieren. Die Spieler lassen sich am letzten Spieltag der Saison sogar dafür bezahlen. Denn zu Gast im Olympiastadion sind die abstiegsgefährdeten Bielefelder. Und nur ein Sieg kann Arminia Bielefeld vor der 2. Liga retten. Im Saisonverlauf hatten bereits mehrere abstiegsbedrohte Mannschaften ihre Gegner bestochen, um einen Sieg herauszuschlagen. So zahlte Bielefeld beispielsweise 40.000 DM an den FC Schalke 04 und Kölns Torwart Manfred Manglitz verlangte 25.000 DM von den Offenbachern, um nicht absichtlich ein paar Bälle der Konkurrenz von Rot-Weiss Essen durchzulassen. Vor dem letzten Spieltag stellt sich für einige Mannschaften weniger die Frage, ob bestochen wird, sondern in welcher Höhe. Der Präsident der Kickers Offenbach Horst-Gregorio Canellas bietet den Hertha-Spielern 140.000 DM für einen Sieg gegen Bielefeld, doch die Bielefelder erhöhen auf 220.000 DM. Also verliert Hertha BSC. Die Fans merken, dass ihre Mannschaft verweigert und skandieren teilweise: "Schiebung, Schiebung!" Nach dem Spiel wird die Schummelprämie sogar noch erhöht. Hertha-Defensivspieler Jürgen Rumor holt den Geldkoffer in einem Berliner Hotel ab. Die Mannschaft stimmt noch darüber ab, ob sie das Geld annimmt. Das Ergebnis: Ja. Die Geburtstagsfeier Die Leidtragenden sind die Kickers Offenbach und Rot-Weiss Essen, die zum Saisonende absteigen.

. Auf der Gästeliste stehen Fußballer, Trainer, DFB-Vertreter und Journalisten. Denen spielt Offenbachs Präsident mehrere aufgezeichnete Telefonate vor. "Wenn Sie nicht zahlen, gewinnt Bielefeld." Ein Anruf von Hertha-Verteidiger Bernd Patzke und Tasso Wild. Oder Köln-Torwart Manfred Manglitz, der von Canellas Geld fordert. 100.000 DM seien bei seinem Mercedes 250 C "mit Grevenbroicher Nummer" abzugeben. Bundestrainer Helmut Schön verlässt die Feier vorzeitig, als er die Stimmen verschiedener Nationalspieler auf den Aufnahmen erkennt. Horst-Gregorio Canellas gibt an, dass er zum Schein auf die Angebote eingegangen sei. Aber auch er wird gesperrt. imago images/Patrick Scheiber Herthas neuer Geschäftsführer Fredi Bobic - Zu erwarten ist die große Kernsanierung In Frankfurt schlugen Fredi Bobic Skepsis und Ablehnung entgegen. Doch Bobic zog den trägen Traditionsklub einmal auf links und machte die Eintracht erfolgreich. Ähnliches erhofft man sich nun in Berlin von ihm. Mit einer Ausnahme. Von Stephan Reich Das Nachspiel Im Nachgang kündigt der DFB eine umfangreiche Aufarbeitung an, doch daran wird nicht konsequent festgehalten. Die Spielstände der manipulierten Spiele werden nicht annulliert. "Es gibt keinen Fall Bundesliga, nur einen Fall in der Bundesliga", teilt der damalige DFB-Pressesprecher Wilfried Gerhardt nach dem Bekanntwerden des Skandals mit. Zwar werden über 50 Spieler, Trainer und Vereinsfunktionäre gesperrt, doch die Sperren sind nur von kurzer Dauer. Mit dem Näherrücken der Weltmeisterschaft 1974 in Deutschland, will sich der DFB mit einem sauberen Image präsentieren und hebt viele der Spielersperren auf. Aus den lebenslangen Sperren werden Geldstrafen. Trotzdem wird der Mythos der glänzenden Bundesliga durch die Saison 1970/71 entzaubert. Im Olympiastadion zeigt sich die Enttäuschung der Fans durch deutlich weniger besetzte Plätze. In den beiden Jahren nach dem Skandal verliert die Bundesliga erst 800.000 und dann 1,3 Millionen Zuschauer. Neben der Bundesliga wird Rot-Weiss Essen zum größten Verlierer. Der Tabellenletzte hat nicht bestochen, steigt ab und wird nicht zurückgeholt. Sendung: rbb UM6, 29.05.2021, 18 Uhr

Source = Deutsch-Nachrichten.Com

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