Sofortnachrichten Fußballgeschichte vor 50 Jahren: Die Legende des Pfostenbrechers Neueste Nachrichten

Deutsch-Nachrichten.Com - Im Profifußball sind Pfosten und Latte aus Aluminium. Das war nicht immer so: Grund für den Materialwechsel ist eine skurrile Geschichte, die sich nun zum 50. Mal jährt - die Legende des Pfostenbrechers.

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Deutsch-Nachrichten.Com - Im Profifußball sind Pfosten und Latte aus Aluminium. Das war nicht immer so: Grund für den Materialwechsel ist eine skurrile Geschichte, die sich nun zum 50. Mal jährt - die Legende des Pfostenbrechers.

Sofortnachrichten  Fußballgeschichte vor 50 Jahren: Die Legende des Pfostenbrechers Neueste Nachrichten
03 April 2021 - 20:45

Aktuelle Nachrichten ! (DPA) Ein Witzbold fühlte sich bewogen, besonders originell zu sein. Der Zeitgenosse kreierte einen Spitznamen, der nicht sehr schmeichelhaft klingt. „Pfostenbrecher“, so lautete der Beiname, mehr spöttisch als scherzhaft gemeint. Herbert Laumen, einer aus der ruhmreichen „Fohlenelf“ der Gladbacher Borussia, wurde damals so gerufen. In diesen Tagen wird der Bundesliga-Star von einst öfter an diese Episode in seiner Laufbahn erinnert. Der 77-Jährige sitzt in seinem Haus am Niederrhein und muss viele Nachfragen zu einem Ereignis beantworten, das sich am Samstag zum 50. Mal jährt: der legendäre Pfostenbruch am Bökelberg, das Kuriosum in der Liga-Historie mit Laumen und den Profis des Werder Bremen als Hauptdarstellern. „Ein Spektakel, wir waren alle perplex“, sagt Laumen im Gespräch mit unserer Deichstube über die Szene am 3. April 1971. Endphase der Partie zwischen Gladbach und Bremen am 27. Spieltag. 1:1 der Zwischenstand. Die Borussia kämpft um den Titel, Werder, an diesem Tag von Ehrenspielführer Richard Ackerschott betreut, der den erkrankten Robert „Zapf“ Gebhardt vertrat, kämpft gegen den Abstieg. Und so passierte das Unheil: Flanke Günter Netzer, Werder-Keeper Günter Bernard fängt den Ball, Gladbachs Stürmer Laumen fliegt am Spielgerät vorbei, landet mit Schwung im Tornetz.  „Wie ein Fisch im Netz gefangen“, schildert Laumen den legendären Moment, als beim Versuch, sich zu befreien, der morsche linke Torpfosten knickte. Er habe gesehen, so Laumen weiter, wie das Tor brach, und sei in Deckung gegangen. Beginn eines unvergleichlichen Szenarios in der folgenden, fast eine Viertelstunde dauernden Spielunterbrechung. $(document).ready(function() { nfyStroeerSlot("topmobile2", false); }); „Wir wollten unbedingt weiterspielen“, erzählt Werder-Torwart Bernard. Ein Punkt am gefürchteten Bökelberg sei greifbar gewesen. Also packten die Bremer an. Bernard, die Mitspieler Egon Coordes und Bernd Schmidt als Handwerker, erfolglos bei der Reparatur wie auch der Platzwart namens Willi Evers, der mit untauglichen Hilfsmitteln wie Hammer, Holz und Nägeln anrückte. Bernards Eindruck: „Wir waren aktiv. Dagegen waren die Gladbacher Spieler untätig, sie haben nichts gemacht, waren auf den Abbruch aus.“Die Offiziellen sollten den Pfosten haltenFür diese Version spricht die Kommunikation des Anführers der Borussen. „Da ist nichts zu machen“, urteilte Günter Netzer und forderte den Schiedsrichter auf. „Brechen Sie ab!“ Doch Gerdt Meuser aus Ingelheim, ein unerfahrener Spielleiter, bemühte sich, sein viertes Spiel in der höchsten Spielklasse ordnungsgemäß zu beenden. Was zu originellen Einfällen führte, wie Laumen berichtet: „Er schlug vor, dass Offizielle den abgeknickten Pfosten in der kurzen Restspielzeit festhalten sollten. Ein Witz!“Mehr zum ThemaBremer Kultlokal kämpft ums ÜberlebenWerder-Kneipe Taubenschlag: Wenn das Herz stillstehtDer Taubenschlag in der Nähe des Weserstadions gehört für viele Werder-Fans fest zu ihrem Fußball-Leben. Im zweiten Jahr der Pandemie kämpft die Bremer Kultkneipe ums ...

. Minute ab. Alle dachten, das Spiel werde nachgeholt. Vor allem die Gladbacher hatten darauf gehofft, wie Laumen bestätigt: „Wir hatten damit gerechnet. Und auch die Bremer wären mit einer Wiederholung einverstanden gewesen.“ Der ehemalige Fußballprofi Herbert Laumen steht im Mönchengladbacher Borussia-Park an einem Fußballtor aus Aluminium, während er in der linken Hand das Teil eines Holztors trägt. Es ist einer der Momente aus 50 Jahren Bundesliga-Geschichte, die in kollektiver Erinnerung geblieben sind. (Jörg Carstensen/dpa)Doch es kam anders. Das Sportgericht des DFB sprach am 29. April das Urteil: 2:0-Wertung für Werder, dazu eine Geldstrafe in Höhe von 1500 D-Mark. „Aufgetretene Unbespielbarkeit des Platzes, kein Ersatztor“, lautete die Begründung. Unterstrichen wurde dabei die „offenkundige Passivität“ der Hausherren, die ihnen zum Nachteil ausgelegt wurde. Gladbach, im Titelkampf mit den Bayern, zürnte, Gladbach tobte, Gladbach scheiterte mit dem Einspruch beim Bundesgericht.Wechsel von Holz auf Aluminium verhinderte nicht alle PannenDie Konsequenz: Es war eine Zäsur, das Ende für Tore aus Holz. Fortan war Aluminium für Pfosten und Latte vorgeschrieben. Eine Maßnahme, die nicht alle Pannen zu verhindern wusste. Zur Erinnerung: Der „Torfall“ im Bernabeu-Stadion von Madrid 1998 beim Gastspiel von Borussia Dortmund. Kein Aprilscherz, obwohl am 1. jenes Monats passiert, als sich der Anpfiff eines Spiels der Königsklasse um 76 Minuten verzögerte, weil lange kein Ersatztor herbeigeschafft werden konnte. Fotostrecke: Das sind die unvergesslichsten Werder-Liga-MomenteZurück ins Jahr 1971, dem Kopf-an-Kopf-Rennen um die Meisterschale: Gladbach, das zwei Punkte am grünen Tisch verloren hatte, schaffte die Titelverteidigung, erstmals in der Geschichte der Bundesliga. Vor dem Finish waren die Münchner punktgleich und um ein Tor besser platziert. Doch die Borussia siegte gegen Frankfurt, Bayern verlor in Duisburg. „Gott sei dank“, meint Gladbachs Horst Köppel heute, „für uns eine große Genugtuung.“ Oder mit anderen Worten: „Die Gerechtigkeit hat am Ende gesiegt.“Später wechselte Laumen zu WerderSo sieht es auch Herbert Laumen, der „Pfostenbrecher“, der sich mit dem im Museum im Borussia-Park ausgestellten Corpus Delicti, dem ebenso historischen wie brüchigen Balken Holz, gern fotografieren lässt. Laumen bekam dazu noch seine ganz persönliche Geschichte mit Werder: Als das Pfosten-Desaster stattfand, hatte er den Bremern schon seine Zusage für die neue Saison gegeben. Der Stürmer schloss sich der „Millionenelf“ an, die an der Weser damals aufgebaut werden sollte. Es wurde eine kurze Stippvisite, ein Desaster, so katastrophal wie der Zusammenbruch des Bökelberg-Tores. Laumen: „Ich wurde nicht glücklich in Bremen, hatte dort in zwei Jahren exakt fünf Trainer, weitaus mehr als in meiner restlichen Profizeit.“ Er wechselte zum 1. FC Kaiserslautern und beendete 1975 nach einer Saison beim FC Metz in Frankreich seine Karriere. 

Source = Deutsch-Nachrichten.Com

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