Sofortnachrichten Handwerkskammer über das tödliche Unglück in einer Bremer Arztpraxis Neueste Nachrichten

Deutsch-Nachrichten.Com - In Horn kam ein Arzt zu Tode, als Ursache wird ein Handwerkerfehler vermutet. Der Hauptgeschäftsführer und der Präses der Handwerkskammer berichten im Gespräch, welche Lehren daraus gezogen werden.

Sofortnachrichten Handwerkskammer über das tödliche Unglück in einer Bremer Arztpraxis Neueste Nachrichten

Deutsch-Nachrichten.Com - In Horn kam ein Arzt zu Tode, als Ursache wird ein Handwerkerfehler vermutet. Der Hauptgeschäftsführer und der Präses der Handwerkskammer berichten im Gespräch, welche Lehren daraus gezogen werden.

Sofortnachrichten  Handwerkskammer über das tödliche Unglück in einer Bremer Arztpraxis Neueste Nachrichten
02 May 2021 - 10:45

Aktuelle Nachrichten ! (Frank Thomas Koch) Herr Kurzke, Herr Meyer, die Ermittlungen haben gerade erst begonnen, aber es scheint, als ob der Stromschlag in einer Bremer Praxis, bei der vor wenigen Tagen ein Arzt zu Tode gekommen ist, durch unsachgemäße Handwerksarbeiten verursacht worden ist. Das ist selten, aber kein Einzelfall. Viele Bremer werden sich an die Gasexplosion in einem Altenheim im Geschwornenweg erinnern. Zwölf Menschen kamen ums Leben.Thomas Kurzke: Das stimmt, ein Baggerfahrer hatte bei Kanalbauarbeiten vor dem Gebäude ein Gasrohr angehoben. Gas strömte unbemerkt in den Keller, und es kam zur Explosion. Gegen den Baggerfahrer wurde Anklage wegen fahrlässiger Tötung erhoben. In dem Fall in der Arztpraxis wissen wir nicht mehr als Sie. Da sind wohl noch viele Fragen offen.Andreas Meyer: Wir gehen davon aus, dass der Fall der Arztpraxis bei den Elektrikern und Malern und in ihren Berufsgenossenschaften natürlich derzeit ein großes Thema ist, insbesondere was die Ursachen betrifft. Jeder Betrieb möchte erfahren, was passiert ist, um zu wissen, was er tun kann, damit so etwas nie wieder geschieht. Man versucht alles, um aus Schadensfällen zu lernen. Mehr zum Thema Unglück in Bremen Tödlicher Stromschlag in Arztpraxis wegen Handwerkspfusch Ein Arzt stirbt in seiner Praxis, Kinder müssen von der Feuerwehr gerettet werden. Und alles, weil Türen unter Strom stehen. Die Polizei ist bei Ermittlungen nun einen ... mehr » Wissen Sie, wie es für die betroffenen Handwerker weitergeht? Wie kann man einen solchen tragischen Unfall verkraften?Thomas Kurzke: Das kann man nur vermuten. Ich kenne einen Fall, wo ein erfahrener Schornsteinfeger einen Ofen aus Versehen falsch angeschlossen hat. Ein Ehepaar kam zu Tode. Der Mann ist seither vollkommen fertig, er kommt damit nicht klar. 30 Berufsjahre hatte er sich nichts vorzuwerfen. Dieser Fall beschäftigt mich selbst und viele Handwerker heute noch. Ohne psychologische Betreuung ist es vermutlich unmöglich, damit fertig zu werden.Wie kann es dazu kommen?Thomas Kurzke: Wie gesagt, bei dem Fall sind noch viele Fragen offen. Handwerksberufe sind mittlerweile sehr komplex geworden, die Anforderungen sind hoch. Grundsätzlich ist zu sagen, dass Routinen Gift für verantwortungsvolle Arbeiten sind. Jedem, der zum Beispiel mit Strom oder Gas oder an Fahrzeugen arbeitet, muss jede Sekunde bewusst sein, was er tut und welche Verantwortung er trägt. Man kann sich nicht blind darauf verlassen, dass man irgendetwas schon x-mal gemacht hat und jeden Handgriff kennt.Andreas Meyer: Das A und O ist die Qualifikation. Die Ausbildung der Handwerker ist anspruchsvoll, sie hat sich in den vergangenen Jahren massiv verändert, ohne Fortbildungen geht es nicht, Stichworte sind die Digitalisierung und der Klimaschutz. Wer Meister werden will, muss schon ein echter Profi sein, die Anforderungen sind enorm. Deshalb ist es wichtig, dass wir weiterhin verantwortungsvollen und umsichtigen Nachwuchs für die Betriebe gewinnen, junge Menschen, die mit Technik umgehen und Kunden beraten können. Wir brauchen die besten Köpfe. Doch das ist – Stichwort Nachwuchsmangel – sehr schwer geworden. Mehr zum Thema Unfall in Horn-Lehe Handwerkerfehler als Ursache für tödlichen Schlag Unsachgemäß durchgeführte handwerkliche Arbeiten waren offenbar die Ursache für einen tödlichen Stromschlag Mitte April in Horn-Lehe. Ein 53-Jähriger war ums Leben ... mehr » Wer trägt die Schäden? Die Betriebshaftpflichtversicherung?Thomas Kurzke: Das wird eine große Frage werden. Es kommt darauf, ob dem oder den Handwerkern ein Fehler nachgewiesen werden kann. Es kommt womöglich auch auf die Schwere des menschlichen Versagens an, auf den Grad der Fahrlässigkeit.Andreas Meyer: Grundsätzlich sind solche Fälle durch die Versicherung abgedeckt, aber es kommt sehr darauf an, wie es zu einem Unfall kommt. Wenn zum Beispiel bestimmte Vorschriften oder Unterweisungen bewusst ignoriert werden, kann es sein, dass keine Versicherung zahlt.Die Handwerkskammer wird der Fall nicht kalt lassen. Was können Sie tun?Thomas Kurzke: Ganz klar: Weiterbildung, Weiterbildung, Weiterbildung, gerade auch in den technischen Berufen. Den Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern muss immer und immer wieder verdeutlicht werden, dass sie in einem Bereich arbeiten, der Gefahren birgt, auch für den Handwerker selbst. Unsere Aufgabe ist – gemeinsam mit den Innungen und den Kreishandwerkerschaften – darauf unermüdlich hinzuweisen und entsprechende Fortbildungsangebote zu unterbreiten.Es wird gelegentlich auch zu Verletzungen kommen, die nicht so große Aufmerksamkeit finden, aber auf Handwerker-Fehler zurückzuführen sind. Dringen solche Fälle zu Ihnen?Andreas Meyer: Wir werden eingeschaltet, wenn das Gericht einen Sachverständigen bestellt. Das läuft über uns, wir vermitteln die Sachverständigen. Dadurch sind wir im Bilde. Wo Menschen arbeiten, passieren Fehler. Im Handwerk braucht man allerdings eine Zugangsberechtigung, um gewisse Tätigkeiten auszuführen, nämlich den Meistertitel. Dazu gehört auch die Arbeit an elektrischen Anlagen oder an Heizungsanlagen. Die Handwerker, die dort tätig sind, sind umfassend qualifiziert. Ich würde schon die These aufstellen, dass noch viel mehr passieren würde, wenn es die Meisterpflicht nicht gäbe. Mehr zum Thema Nach tödlichem Unglück in Horn Polizei prüft Ursachen für Stromschlag Nach dem Unglück mit einem Todesopfer und einem Schwerverletzten in Horn prüft die Polizei, ob Sanierungsarbeiten in dem Therapiezentrum Auslöser für die unter Strom ... mehr » Anders als bei Ärzten, wo Patienten sich umfassend belesen können, wie sie gegen vermeintliche oder echte Behandlungsfehler vorgehen können, findet Handwerker-Pfusch wenig Aufmerksamkeit.

. Es geht bei Handwerkern in der Regel nicht um Leben und Tod. Selbst wenn es zu einer unsachgemäßen Ausführung kommen sollte, werden sehr, sehr selten Menschen verletzt.Es kommt gelegentlich zu tödlichen Arbeitsunfällen, die Handwerkern oder Mitarbeitern das Leben kosten. Im August stürzte auf einer Baustelle an der Konsul-Smidt-Straße eine Betonwand um. Ein Mann starb. Gelegentlich liest man von Arbeitsunfällen im Gerüstbau.Thomas Kurzke: Im Gerüstbau hat sich in den vergangenen Jahren sehr viel getan. Die Technik ist viel sicherer und stabiler geworden. Das gilt auch für andere Branchen. Der technische Fortschritt ist enorm, er kommt auch der Arbeitssicherheit zugute. Die Betriebe selbst legen großen Wert auf den Schutz ihrer Mitarbeiter. Das Bewusstsein für die Gesundheit des Teams ist in den vergangenen Jahren deutlich gestiegen, selbst bei den kleinsten Betrieben. Es passieren noch Unfälle, aber das ist kein Vergleich zu meiner Lehrzeit - da könnte ich Storys erzählen ... Aber der Mensch ist keine Maschine. Schon allein aus Unachtsamkeit kann schnell etwas passieren. Und jedes Mal sitzt der Schock tief. Wenn Kollegen verletzt werden, beschäftigt das jeden Vorgesetzten und jeden Mitarbeiter.Wie sieht es bei Sachschäden aus? Gibt es mehr Klagen wegen Mängeln in der Ausführung als früher?Thomas Kurzke: Das kann man so nicht sagen. Meiner Einschätzung nach haben sich aber das gesellschaftliche Klima und die Streitkultur in den vergangenen Jahren verändert. Das kann auch Auswirkungen auf das Verhältnis zwischen Kunden und Auftragnehmern haben. Die Kunden sind deutlich anspruchsvoller. Sie akzeptieren vieles nicht mehr, ob es gerechtfertigt ist oder nicht. Natürlich wollen wir, dass tadellose Arbeit abgeliefert wird. Aber häufig geht es auch nur darum, dass sich Kunden etwas anders vorgestellt haben, als es später ausfällt, dann geht es in erster Linie um die Optik. Mehr zum Thema Wegen Corona Mehr tödliche Unfälle am Bau - IG BAU: zu wenig Kontrollen $(document).ready(function() { nfyStroeerSlot("topmobile2", false); }); Für die Arbeiter auf den Baustellen in Deutschland ist Homeoffice keine Option. Anders sieht das bei den Behörden aus, die für die Arbeitssicherheit sorgen sollen. Die ... mehr » Auch wenn es sich bei dem Unglück in der Neustadt um einen Einzelfall handelt, kann er das Vertrauen ins Handwerk erschüttern. Was können Verbraucher tun, um sich so gut es geht abzusichern?Andreas Meyer: Es ist wichtig, dass Verbraucher relativieren: Wir machen uns die alltäglichen Gefahren, in denen wir schweben, gar nicht bewusst. Jeder, der mit dem Auto unterwegs ist, kann jeden Tag verunglücken oder andere in Mitleidenschaft ziehen. Dieses tragische Unglück ist die absolute Ausnahme. Jeden Tag führen in Bremen Hunderte Handwerkerinnen und Handwerker von Fachfirmen tadellose, hochwertige Arbeit aus.Fachfirmen – man sollte sich also nicht auf Telefonnummern vom Schwarzen Brett im Supermarkt stützen oder auf Handwerker-Plattformen im Internet?Andreas Meyer: In den Handwerken, bei denen Sicherheit eine Hauptrolle spielt, also zum Beispiel im Elektrohandwerk, gibt es die Meisterpflicht. Man sollte also auf den Meistertitel achten. Bestenfalls sucht man sich jemanden, der einen über Jahre begleitet und zu dem man Vertrauen entwickelt. Gute handwerkliche Leistung hat ihren Preis. Für den Wert dieser anspruchsvollen Tätigkeiten fehlt in der Bevölkerung bisweilen das Bewusstsein. Von Handwerkern, die anbieten, die Arbeiten auch ohne Rechnung auszuführen, kann man nur abraten. Bei Schwarzarbeit kann erstens die Qualifikation des Handwerkers zweifelhaft sein, und zweitens gibt es keinerlei Gewährleistungs- oder Regressansprüche.Thomas Kurzke: Wer eine Fachfirma sucht, kann auch die Handwerkersuche im Servicebereich des Internetauftritts der Handwerkskammer Bremen nutzen.Das Gespräch führte Silke Hellwig.Zur PersonThomas Kurzke ist seit Juni 2019 Präses der Handwerkskammer. Der gebürtige Bremer und Malermeister führt in dritter Generation einen 1924 gegründeten Familienbetrieb in Walle mit 20 Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern.Andreas Meyer ist seit August 2019 Hauptgeschäftsführer der Handwerkskammer. Von 2009 bis 2014 war der Sparkassenbetriebswirt Geschäftsführer der Kreishandwerkerschaft Bremen.Zur SacheTragische FälleDer Baggerfahrer, der vor 21 Jahren im Geschwornenweg in der Neustadt mit dem Gerät zu tief ins Erdreich vorgestoßen war, wurde Ende 2002 wegen fahrlässiger Tötung zu einer Freiheitsstrafe von zwei Jahren auf Bewährung verurteilt. Der Richter stellte fest: „Es war einfach ein schrecklicher Fehler nach über 30 Jahren ordentlicher Arbeit.“Ebenfalls mit einer Bewährungsstrafe kam 2013 ein Dachdecker davon, der in Frankfurt eine falsche Abdeckung auf den Schornstein montiert hatte. Eine Mutter und ihre beiden Söhne starben an einer Kohlenmonoxid-Vergiftung.Im November wurde in Göttingen Anklage gegen vier Handwerker erhoben. Ihnen wird vorgeworfen, ein Rohr nicht ordnungsgemäß abgedichtet zu haben. In der Folge kam es zu einer Gasexplosion mit einer Toten und einem Schwerverletzten.Kennen Sie schon unseren Chefredaktions-Newsletter?Frühmorgens liefern wir Ihnen eine kompakte Übersicht der wichtigsten Themen des Tages und eine Auswahl der spannendsten Themen aus dem WESER-KURIER – empfohlen von der Chefredaktion. Von Montag bis Freitag direkt in Ihr E-Mail-Postfach. Freuen Sie sich drauf! Hier bestellen – kostenlos und unverbindlich

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