Sofortnachrichten Werder-Bremen-Legende Thomas Schaaf wird 60 Neueste Nachrichten

Deutsch-Nachrichten.Com - Werders erfolgreichster Fußballer feiert an diesem Freitag 60. Geburtstag: Thomas Schaaf. Als Spieler und Trainer gewann er neun Titel mit Werder Bremen. Hier spricht er über besondere Momente seiner Karriere.

Sofortnachrichten Werder-Bremen-Legende Thomas Schaaf wird 60 Neueste Nachrichten

Deutsch-Nachrichten.Com - Werders erfolgreichster Fußballer feiert an diesem Freitag 60. Geburtstag: Thomas Schaaf. Als Spieler und Trainer gewann er neun Titel mit Werder Bremen. Hier spricht er über besondere Momente seiner Karriere.

Sofortnachrichten  Werder-Bremen-Legende Thomas Schaaf wird 60 Neueste Nachrichten
29 April 2021 - 08:45

Aktuelle Nachrichten ! (Florian Sulzer) Diese Woche ist wirklich speziell für Thomas Schaaf. Am Montag glaubten viele Fans, dass er wieder Cheftrainer beim SV Werder würde. Schließlich rettete er seinen Verein 1999 schon einmal in einer ähnlichen Situation. Schaaf schwieg und schweigt zu diesen Gerüchten. Neuer Cheftrainer wurde er jedenfalls nicht, Florian Kohfeldt blieb im Amt. Am Freitag feiert Schaaf nun seinen 60. Geburtstag. Deshalb traf er sich bereits vor ein paar Tagen mit dem WESER-KURIER, um über die besonderen Momente seiner Werder-Karriere zu sprechen. Das komplette Interview mit vielen weiteren Anekdoten über die "Wunder von der Weser" oder die verrückteste Woche seiner Trainerkarriere ist in unserem neuen Magazin "Titel, Typen & Triumphe" erschienen. Herr Schaaf, an diesem Freitag feiern Sie Ihren 60. Geburtstag. Beim 50. haben Sie gemeint, das sei nur eine Zahl. Wie gehen Sie mit der 60 um – und können Sie in dieser Pandemie überhaupt feiern? Thomas Schaaf: Es ist wieder nur eine runde Zahl, das sehe ich entspannt. Ich bin ohnehin nicht der, der gerne vorne steht, wenn eine große Party abgehalten wird. Ich feiere schon gerne, das ist keine Frage, in einem guten Kreis. Das ist dieses Jahr nicht möglich. Ich bin deshalb aber nicht megatraurig, man muss dann eben schauen, dass man in den nächsten Jahren hoffentlich noch genügend Feiern machen kann. Wir Menschen merken gerade, dass wir in einer Zeit leben, in der man auch mal wieder demütiger sein muss. Fotostrecke: Thomas Schaaf: Sein Leben und seine Erfolge Ist es das schönste Geschenk zum 60. Geburtstag, dass Sie überall gerne gesehen werden in Bremen, der Stadt, in der Sie Ihr Leben und große Teile der Karriere verbracht haben?Dazu muss man gar nicht 60 werden, finde ich. Man sollte immer versuchen, seine Sache gut zu machen. Ich habe es nicht immer geschafft, dass Werder Bremen die besten Ergebnisse erzielte. Aber ich habe immer alles probiert, um es zu schaffen. Und wenn mich jemand freundlich nach einem Autogramm fragt oder nach einem Foto, dann ist es doch meine Pflicht, dass ich mich freue, auf so einen Menschen zu treffen, und den Wunsch gerne erfülle. Es ist immer wichtig, wie man mit den Leuten umgeht. Ich habe mich in Bremen nie versteckt, zu keinem Moment. Ich habe immer versucht, mich wie ein ganz normaler Bürger in dieser Stadt zu verhalten. Es war für mich immer schön, in Bremen zu leben. Die meisten Menschen sehen und schätzen, dass ich immer alles gegeben habe. Und damit ist für mich schon alles gut. Wenn man Ihre Weggefährten aus dem Fußball fragt, was sie an Thomas Schaaf schätzen, fällt oft ein Wort: Zuverlässigkeit. Nehmen Sie das als Kompliment an?Absolut, das sehe ich total als Kompliment. Ich glaube, wenn wir uns die Gesellschaft ansehen, gerade in der heutigen Zeit, welches Tempo wir haben und was alles versprochen wird - und was am Ende tatsächlich davon eintritt, da gibt es große Defizite. Auch wenn es banal klingt: Wenn jemand zuverlässig ist, dann kann ich mich auf ihn verlassen. Zuverlässigkeit ist für mich sehr wertvoll, egal, in welchem Lebensbereich. Deshalb ist es ein schönes Kompliment, wenn mich Leute so einschätzen. Ihr erster Trainer bei Werders Profis, Wolfgang Weber, glaubt bis heute nicht, dass Sie in Mannheim geboren wurden. Er beteuert, man könne nicht norddeutscher sein als Thomas Schaaf. Wie sehen Sie das?Das Witzige ist, dass ich in meiner Kindheit noch sehr oft bei unseren Verwandten in Mannheim und Umgebung war und wir dort sehr viel Mannheimer Dialekt gesprochen haben. Mit meiner Mutter spreche ich heute noch so, meine Frau kann den Dialekt zumindest verstehen. In den ersten Jahren in Bremen hatte ich wegen meines Dialektes ab und zu Schwierigkeiten in der Schule, weil manche Wörter einfach anders ausgesprochen als geschrieben werden. Die Buchstaben B und P waren für mich zum Beispiel schwierig zu unterscheiden. Ich bin dann aber recht gut in die norddeutsche Art hineingewachsen, was die Sprache angeht, aber auch das Verhalten. Wenn man den Norddeutschen als etwas ruhiger und gelassener nimmt, dazu das typische Understatement, das man den Bremern zurechnet – dann finde ich mich da wieder. Das heißt ja nicht, dass man im Leben einschläft. Wenn es was zu feiern gibt, dann wird auch gefeiert. Sie waren 17 Jahre, als Weber Sie zum Bundesligaspieler machte, im April 1979 in Bochum. Waren Sie darauf vorbereitet?Ich trainierte als junger Bursche schon bei den Profis mit, das zweite A-Jugend-Jahr hatte ich übersprungen, aber ich ging auch noch zur Schule. Vor diesem ersten Spiel war ich morgens noch im Unterricht und bin mit dem Zug nachgereist. Rudi Assauer holte mich in Bochum am Bahnhof ab und brachte mich zur Mannschaft ins Hotel. In der Abwehr fehlten ein paar Leute verletzt, im Spiel musste dann noch Kalle Geils raus, das war meine Chance. So wurde ich damals zu Werders jüngstem Bundesligaspieler. Fotostrecke: Alle Werder-Trainer der Bundesliga-Historie Sie wohnten als Kind in der Nähe vom Brommy-Platz, in Sichtweite des Weserstadions. Wie fing diese große Geschichte mit Ihnen und dem SV Werder an?Es ist so ein bisschen die Geschichte meines Bruders. Er war auch ein guter Kicker, und an ihm war Werder interessiert, als wir beide noch bei Union spielten. Ich bin nur deshalb 1972 zu Werder gegangen, weil mein Bruder auch dorthin gewechselt ist. Er ging in die B-Jugend, ich zu den D-Junioren. Bevor Sie 1988 zum ersten Mal Meister wurden, erlebten Sie drei Vizemeisterschaften, darunter die von 1986 mit dem tragischen Kutzop-Elfmeter. Muss man das im Paket sehen: erst die Rückschläge, dann der Lohn?Vielleicht ist das so, aber ich muss schon sagen: 1986, das war ganz schwierig. Man bekam das Gefühl: So stark und voller Typen unsere Mannschaft auch war, es reicht nur zum Vizetitel. Man muss auch darauf irgendwie stolz sein, aber wir wollten unbedingt beweisen, dass wir Erster werden können. Wir haben total um diesen Meistertitel gekämpft, waren richtig hungrig. Und wir waren glücklich und selig, als wir es 1988 geschafft hatten. Mehr zum Thema Neues Magazin des WESER-KURIER Eine Zeitreise für alle Werder-Fans Thomas Schaaf erlebte und prägte bei Werder Bremen die schönsten Jahre. Neun große Titel, die Wunder von der Weser, viele glückliche Menschen und großartige Typen. Das ... mehr » Ihr größter Erfolg als Spieler war der Gewinn des Europapokals 1992 in Lissabon gegen Monaco. Was ging Ihnen beim Schlusspfiff durch den Kopf?Ich dachte an meine Karriere, auch an all die Rückschläge und Widerstände, gegen die ich mich behaupten musste. Mir war das alles nicht einfach zugeflogen. Jetzt Europapokalsieger zu sein, war eine schöne Bestätigung. Ich dachte mir: Das hast du gut gemacht.

. Da gehört ganz sicher meine Frau dazu, die mich auf diesem Weg immer unterstützt hat. Wir saßen später in der Kabine mit dem Pokal, unsere Frauen kamen rein – das war ein stolzer Moment, das muss ich schon sagen. Nach der Spielerkarriere trainierten Sie zunächst Werders Amateure. Wer hat sich nach Felix Magaths Entlassung im Mai 1999 gemeldet und gesagt: Wir müssen mal über den Job bei der Bundesligamannschaft reden?Es war so, dass ich Felix als Spieler und als Trainer kannte und wusste, wie die Situation war. Es waren damals auch noch viele frühere Mitspieler im Team, die unzufrieden waren. In unserem Job, aber auch prinzipiell, ist es ungemein wichtig, loyal zu sein und sich nicht einzumischen. Irgendwann wurde es zu unruhig. Samstags verlor Werder in der Bundesliga, am Sonntag rief Fischer mich an und fühlte bei mir vor. Ich sagte: Wenn die Entscheidung gefallen ist, sich von Magath zu trennen, muss ich mir das überlegen. Was gab es da zu überlegen?Viel. Werder war fast abgestiegen, es gab noch vier Partien und das Pokalendspiel. Keiner hat mehr wirklich an Werder geglaubt. Da habe ich zu Hause gesessen und nachgedacht. In meinem Herzen war Werder eine wichtige Nummer. Also ein spontanes „Ja“,  es war aber auch auf der anderen Seite ein Risiko: Durch einen Abstieg mit Werder wäre ich als Trainer vielleicht schon verbrannt gewesen. Aber dann habe ich fest daran geglaubt, dass ich es mit den Jungs noch packen kann. Montags habe ich angefangen, schon am Dienstag spielten wir gegen Schalke. Trainieren konnte man nicht viel, deshalb haben wir viele Gespräche geführt. Wir haben nicht traumhaft gespielt, aber toll gekämpft und Schalke mit 1:0 geschlagen. Dadurch fanden wir den Glauben wieder. Wir gewannen auch bei 1860 und gegen Gladbach – damit war der Klassenerhalt sicher. Mit diesen drei Siegen hatte keiner gerechnet. Fotostrecke: Die größten Werder-Erfolge Es folgte der Sieg im Pokalfinale gegen den FC Bayern, der gerade das Endspiel der Champions League gegen Manchester United verloren hatte…Wir waren dem Abstieg gerade entronnen, ein größerer Außenseiter konnte man gar nicht sein gegen diese Bayern mit Kahn, Effenberg, Matthäus. Durch meine Vorgänger Sidka und Magath standen wir im Finale, ich durfte das zu Ende bringen. Es war ein sensationelles Finale mit einem überragenden Team und einem fantastischen Frank Rost. Ein unglaubliches Erlebnis. Sie blieben 14 Jahre als Trainer im Amt, nur 80 Tage weniger als Rehhagel. Hätten Sie ihn gerne überholt?Nein. Es ist zwar wichtig, Titel zu gewinnen oder Marken zu setzen, weil das von allen anerkannt wird. Aber es kann die viel größere Leistung sein, mit einer Mannschaft viele Jahre lang nicht abzusteigen. Für mich ist die Arbeit, die geleistet wird, wichtiger als ein Titel. Wenn ich jemandem durch meine Arbeit einen Moment der Freude schenken konnte, hatte das für mich einen ganz hohen Wert. Fotostrecke: Werders Eigengewächse seit 1980 Das Double 2004 wird für immer mit dem Trainer Schaaf verbunden sein. War das Ihr schönster Werder-Moment?Ich sprach eben davon, wie wichtig es mir war, Menschen zu helfen, zu entwickeln, vielleicht glücklich zu machen. 2004 war so ein Moment. Als wir im Autokorso durch die Stadt fuhren, konnte ich in viele glückselige Augen schauen. Die Stadt Bremen erlebte damals schwierige Zeiten, es gab wirtschaftliche Probleme und viele Arbeitslose, aber wir konnten den Menschen etwas Schönes geben. Sehr, sehr vielen Menschen. So habe ich das empfunden, als ich in diese Gesichter schaute. Das hat bei mir bleibenden Eindruck hinterlassen. Es ist nur Fußball, aber wenn wir es damit schaffen, die Menschen mal kurz aus ihren Sorgen zu holen, ihnen einen schönen Moment zu schenken, dann haben wir alles richtig gemacht. Mehr zum Thema Der Spielmacher schwärmt im neuen WK-Magazin Andi Herzog: Werder war die beste Entscheidung meines Lebens $(document).ready(function() { nfyStroeerSlot("topmobile2", false); }); Der Wiener Andreas Herzog kann wunderbar erzählen, und das macht er im neuen Magazin des WESER-KURIER „Titel, Typen & Triumphe“. Zum Beispiel, wie er von Thomas Schaaf ... mehr » Bei der Rückkehr vom entscheidenden Spiel aus München feierten die Menschen schon am Bremer Flughafen. Welche Erinnerungen haben Sie daran?Während des Flugs habe ich den Piloten gefragt, ob wir vielleicht eine Runde über Bremen drehen könnten. Wir hatten gehört, dass viele Leute unterwegs wären, aber wir kannten keine Bilder davon. Der Pilot meinte: Klar, heute geht alles, das machen wir. Wir sind dann quer über den Flughafen geflogen und haben gesehen, dass unglaublich viele Menschen dort unten auf uns warteten. Das zu erleben, all diese glücklichen Menschen in Bremen 2004, das war vielleicht das Außergewöhnlichste in meiner Karriere. Haben Sie noch so einen Werder-Kapuzenpulli von 2004 zu Hause?Den habe ich daheim in einer Kiste. Ich muss immer aufpassen, dass ich den nicht verschenke. Das war auch so eine Geschichte! Es ging immer darum, was ich bei den Spielen anziehe. Zur Champions League habe ich gesagt: Das sind Festtage, da ziehst du einen Anzug an. Aber ansonsten habe ich mich mit Trainingssachen oder Freizeitklamotten am Spielfeldrand sehr wohlgefühlt. So ein Kapuzenpulli war optimal, weil ich mich viel bewegte. Auf einmal war das Ding im Fanshop ausverkauft. Und keiner konnte nachliefern. Kaum gab es wieder welche, waren die sofort auch weg. Eigentlich unglaublich. Das Gespräch führte Jean-Julien Beer. Das neue Magazin "Titel, Typen & Triumphe". (WK) Zur Person Thomas Schaaf wurde am 30. April 1961 in Mannheim geboren und spielte von 1979 bis 1995 für Werder Bremen in der Bundesliga. Von Mai 1999 bis Mai 2013 war er Cheftrainer des Vereins. Seine Erfolge: Deutscher Meister 1988, 1993 und 2004. DFB-Pokalsieger 1991, 1994, 1999, 2004 und 2009 sowie Europapokal der Pokalsieger 1992. Zur Sache Das komplette Interview gibt es im neuen Magazin des WESER-KURIER, „Titel, Typen & Triumphe“ über Werders wunderbare Jahre in der Ära Schaaf. Darin erzählt Schaaf auch von der verrücktesten Woche seines Trainerlebens, erklärt die legendären „Wunder von der Weser“ und erzählt, wie er sein Aus bei Werder im Jahr 2013 nach 14 Jahren als Cheftrainer erlebte. Das Magazin ist im Buch- und Zeitschriftenhandel erhältlich, telefonisch unter 04 21 / 36 71 66 16 sowie in unserem Online-Shop. 110 Seiten, 9,80 Euro.

Source = Deutsch-Nachrichten.Com

Diese Nachricht 80 Treffer empfangen.

Sofortnachrichten Werder-Bremen-Legende Thomas Schaaf wird 60 Neueste Nachrichten


Sofortnachrichten Werder-Bremen-Legende Thomas Schaaf wird 60 Neueste Nachrichten


Sofortnachrichten Werder-Bremen-Legende Thomas Schaaf wird 60 Neueste Nachrichten


Sofortnachrichten Werder-Bremen-Legende Thomas Schaaf wird 60 Neueste Nachrichten

KOMMENTARE

  • 0 Kommentar
Neueste Nachrichten