Sofortnachrichten Wie Gastronomen aus Bremen und der Region mit dem Lockdown umgehen Neueste Nachrichten

Deutsch-Nachrichten.Com - Seit Monaten sind Restaurants, Lokale und Kneipen für Gäste geschlossen und noch ist nicht klar, wie viele von ihnen die Corona-Krise überleben. Wir haben mit Gastronomen über das Leben im Lockdown gesprochen. 

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Deutsch-Nachrichten.Com - Seit Monaten sind Restaurants, Lokale und Kneipen für Gäste geschlossen und noch ist nicht klar, wie viele von ihnen die Corona-Krise überleben. Wir haben mit Gastronomen über das Leben im Lockdown gesprochen. 

Sofortnachrichten  Wie Gastronomen aus Bremen und der Region mit dem Lockdown umgehen Neueste Nachrichten
12 April 2021 - 19:45

Aktuelle Nachrichten ! (Christina Kuhaupt) Die Corona-Krise trifft die Gastronomie besonders hart. Seit Monaten sind Restaurants, Lokale und Kneipen für Gäste geschlossen. Die Fachverbände gehen davon aus, dass ein Drittel aller Betriebe nach Corona vielleicht nie wieder öffnet. Aktuell halten sich viele Betreiber über Wasser, indem sie Außer-Haus-Verkauf anbieten, Hilfen beantragen, Kredite aufnehmen oder an ihre Rücklagen und die Altersversorgung gehen. Wir haben mit Gastronomen über das Leben im Lockdown gesprochen. Denis und Elvis Behljuljevic (Due Fratelli) Der Koch steht in der Küche. An fünf Tagen die Woche arbeitet er hier. Bereitet Vitello Tonnato zu, gratinierten Ziegenkäse, Spaghetti Bolognese. Vor allem Bolognese. Dafür ist das Due Fratelli der Brüder Elvis und Denis Behljuljevic in der Hamburger Straße geradezu berühmt. Von sehr weit her kommen deshalb Gäste. Nur gerade jetzt nicht. Denis steht zwar in der Küche, aber das, was er kocht, bringt sein Bruder Elvis nicht an die Tische zu den Gästen vorne im Restaurant, stattdessen fährt er die Speisen zu den Kunden. Sie haben die Pizza Salami, den Pastrami Burger oder das Entrecote vorher im extra eingerichteten Online-Shop des Due Fratelli bestellt. Wie wenig die aktuellen Fünf-Tage-Wochen mit der Arbeit aus der Vor-Corona-Zeit zu tun haben, merken die Brüder jeden Tag, jede Stunde. „Kein Gast, der mal in die Küche schaut und fragt: ,Na, was kochst du heute wieder Schönes?‘“, sagt Denis, „kein Gast, den man zurückfragen kann: ,Was macht die Familie?‘“ Das fehlt ihnen. Elvis, der Geschäftsführer, formuliert es so: „Es ist ein anderes Lebensgefühl zurzeit. Normalerweise wollen wir den Gästen bei uns Urlaub vom Alltag ermöglichen. Es geht um das Erlebnis, darum, Zeit zu verbringen mit Menschen, die man mag, vielleicht Geschäftliches anzubahnen oder einfach nur, um über Gott und die Welt zu quatschen.“ Alles das fehlt seit Monaten. „Allein um satt zu werden, geht doch schon längst niemand mehr aus.“ Dass ihr Essen trotzdem zu den Leuten kommt, liegt am Außer-Haus-Verkauf und am Online-Shop, den sie zu Beginn der Pandemie scharf schalten konnten. Ein Zufall. Sie hatten schon vor Corona an dem Konzept getüftelt. Eine Ergänzung zum Restaurantbesuch sollte das digitale Angebot sein, Tagliatelle Trüffel per Mausklick. Aus der Not heraus, um überhaupt etwas verkaufen zu können, mussten sie den Start für ihren Online-Shop im ersten Lockdown vorziehen. $(document).ready(function() { nfyStroeerSlot("topmobile2", false); }); „Die Nachfrage ist gut“, sagt Elvis. Rund die Hälfte der Kunden holt das Essen selbst ab, die andere Hälfte lässt es sich bringen. Dass der Chef noch selbst ausliefert, ist auch eine Kostenfrage. Viele Mitarbeiter sind in Kurzarbeit. Der Online- und Außer-Haus-Verkauf ist ein Zubrot, das hilft, um ein paar Fixkosten zu decken, mehr aber auch nicht. Zum Glück habe man ein sehr vertrauensvolles Verhältnis zum Vermieter, sagt Elvis. Ein Glück auch, dass sie vor zwei Jahren das Due, einen Italian-Street-Food-Imbiss in der Pieperstraße, eröffnet hätten, „das hilft uns gerade sehr“. Dazu habe man in der Vergangenheit immer sehr sorgsam gewirtschaftet, auch das zahle sich jetzt aus.Den Online-Shop soll es auch noch geben, wenn Corona irgendwann einmal vorbei sein sollte. Und so lange Corona den Alltag beherrscht sowieso. „Du musst in dieser Branche immer präsent bleiben“, sagt Elvis, „wenn die Kunden dich aus den Augen verlieren, verlieren sie dich auch aus dem Herzen.“ Er ist sich sicher, dass Corona das bei ihnen nicht schafft. Für Juni und Juli, sagt Elvis, reservierten die Kunden schon jetzt massenhaft Tische.  Stefan Schröder (Betreiber Allegria, Kleiner Ratskeller, 1783 und L’Orangerie) Die Küche im Allegria in Schwachhausen bleibt seit Monaten kalt. Auch im Kleinen Ratskeller und im 1783 unten im Haus Schütting am Marktplatz wird seit Wochen nicht mehr gekocht. Stefan Schröder betreibt die drei Restaurants. Er könnte in diesen Lokalen einen Außer-Haus-Verkauf anbieten, aber das lohne sich nicht, sagt Schröder. „Für ein Innenstadt-Restaurant brauchst du Touristen und die Angestellten in den Büros, aber von denen machen viele Homeoffice, und Touristen gibt es ja gerade gar nicht.“  Stefan Schröder ist Betreiber der Restaurants Allegria, Kleiner Ratskeller, 1783 und L’Orangerie.  (Christina Kuhaupt)Wie alle Kollegen sehnt sich auch Schröder danach, endlich wieder Gäste zu empfangen. Vor allem das 1783 würde er gern wieder öffnen, um den Leuten zu zeigen, was hier zuletzt passiert ist. Gemeinsam mit dem Vermieter, dem „Club zu Bremen“, hat er die Räumlichkeiten modernisiert und ihnen einen frischen Anstrich verpasst. Aber bis auf Weiteres bleiben die Restaurants zu.Und selbst wenn er bald dürfte, vielleicht zunächst im Außenbereich mit negativen Schnelltests und elektronischer Kontaktnachverfolgung via App, ist er sich gar nicht so sicher, dass er so schnell auch tatsächlich wieder öffnen würde. „Ich weiß, dass viele Kollegen sagen: öffnen, öffnen, öffnen. Aber wenn ich an die Schnelltest-Arie denke… – das hat doch nichts mit Genusskultur und Spaß am Essen zu tun.

.“Mehr zum ThemaBewerbung angekündigtGastronomen wollen Modellprojekt für Corona-LockerungenDie politischen Überlegungen für erste Corona-Lockerungen in Bremen wecken Interesse. Die Bremer Gastro-Gemeinschaft (BGG) will sich für ein Modellprojekt im Blockland ... mehr »Dass der Kleine Ratskeller, das 1783 und das Allegria irgendwann wieder Gäste empfangen, steht für Schröder außer Frage. Er plant für die Zeit nach Corona sogar, ein fünftes oder sogar sechstes Lokal aufzumachen, „Expansion gegen den Strom“, sagt er. Für den Moment allerdings hat er seine rund 20 Mitarbeiter in Kurzarbeit schicken müssen.Ein bisschen Geld verdient Schröder zurzeit mit seinem vierten Lokal L’Orangerie in Findorff. Unter anderem Filet vom Fjordlachs oder US-Rindersteakstreifen mit gebackenen Süßkartoffeln und Currygemüse gibt es dort an diesem Wochenende, „to go“, also zum Mitnehmen. Fertig gekocht und vakuumiert, sieben bis zehn Tage im Kühlschrank haltbar und ganz einfach im Wasserbad oder in der Mikrowelle zu erwärmen.„An diesem Standort funktioniert Außer-Haus“, sagt Schröder, „das nehmen die Leute an, wenn hier zum Beispiel am Donnerstag und Sonnabend Markt ist.“ Deshalb wird er ab kommender Woche auch warme Speisen außer Haus verkaufen, hausgemachte Pasta, Burger und Steaks, die Karte steht schon. Er hat etwas länger mit dem Angebot gewartet, weil er erst jetzt vernünftige Mehrwegschalen und klimafreundliches Einweggeschirr gefunden hat, damit das Essen auch noch schön warm ist, wenn es zu Hause auf den Tisch kommt und nicht lauwarm oder kalt.Nach über einem Jahr Corona und Monaten im Lockdown sagt Schröder: „Die Situation ist schwierig, ja, und über die Politik möchte ich nicht mehr reden, dann würde ich mich nur ärgern. Aber wir dürfen jetzt auch nicht in Panik verfallen.“ Noch reichen bei ihm die Rücklagen.Dass Kollegen ungeduldig werden, kann er verstehen. Kein Verständnis bringt er allerdings auf, wenn er von unerlaubten Feiern und Zusammenkünften mit 30 oder mehr Gästen hört oder liest. „Da helfen nur drakonische Strafen, nicht 50 oder 500 Euro, sondern 5000 Euro Strafe für jeden, der daran teilgenommen hat, und den Verlust der Konzession für die Betreiber“, sagt er, „es hilfts nichts, wir müssen da jetzt gemeinsam durch.“ Damit irgendwann ein Restaurantbesuch wie früher wieder denkbar wird.Ute Meyer (Betreiberin Steimker Hof in Syke) Hier draußen lässt es sich aushalten. Viele Wälder und Wiesen in der Umgebung. Wohlfühlhotel nennt sich der Steimker Hof am Stadtrand von Syke deshalb auch. Das Friedeholz, 425 Hektar Wald, ist nicht weit, fast nebenan plätschert die Hache. Wer im Steimker Hof einkehrt, der hat Ruhe im Sinn, will Natur erleben.Ute Meyer betreibt den Steimker Hof in Syke.  (privat)Normalerweise tun das Wellnessgäste, aber seitdem die wegen Corona nicht mehr kommen dürfen, haben Ute Meyer, die den Steimker Hof seit über 25 Jahren betreibt, und ihr Mann Klaus Pötter eine ganz neue Kundschaft gewonnen. Menschen, die mit ihrem Wohnmobil am Steimker Hof vorfahren, weil sie sich ein sogenanntes Wohnmobil-Dinner bestellt haben. „Die Gäste sind dankbar“, sagt Meyer, „sie sind einfach froh, mal rauszukommen.“ Das Wohnmobil-Dinner ist eine Erfolgsgeschichte und ein Lichtblick in Monaten, die den Menschen viel abverlangen. Auch Ute Meyer spürt das. Um ein Drittel musste sie ihre Belegschaft verkleinern. In der Woche reicht jetzt ein Zweier-Team, um die Geschäftsreisenden zu versorgen, die noch kommen dürfen. Familienfeiern, Fastenkuren oder Wellness-Arrangements, sonst Wochenende für Wochenende gebucht, dürfen dagegen seit Dezember nicht mehr stattfinden.Zum Glück, denkt Ute Meyer manchmal, haben sie und ihr Mann die Idee mit dem Wohnmobil-Dinner umgesetzt. Eher durch Zufall hatten sie davon erfahren, dass es so etwas gibt. „,Wäre das nicht etwas für uns?‘ haben wir uns gefragt“, erzählt sie, „und als am nächsten Tag über Facebook tatsächlich eine Anfrage dazu kam, haben wir gedacht: ,Witzig, gestern haben wir noch darüber gesprochen. Dann machen wir es doch einfach‘.“Seit Dezember parkt nun jedes Wochenende ein Dutzend Wohnmobile am Haus. Sie kommen aus der Umgebung, aber auch aus Hamburg, von der Küste oder aus Nordrhein-Westfalen. Aktuell stehen sieben Hauptgerichte auf der Wohnmobil-Dinner-Karte, die sich monatlich ändert, dazu eine Suppe und zwei Desserts. „Frühlingshaft frische Kräuterküche“, sagt Meyer. Im Mai gibt es dann Spargel und sonst immer am letzten Wochenende eines Monats BBQ-Grillabende mit Fleisch vom hauseigenen Smoker.Serviert wird das Essen auf Abstand und in Thermoboxen, entweder durchs geöffnete Wohnmobilfenster, oder es wird abgestellt auf dem Tisch, der vor jedem Campingwagen platziert ist. Decke, Kerze, Deko, Gläser und Besteck – alles gehört zum Service. Essen wie im Restaurant, nur auf Rädern.Wenn Corona überhaupt für etwas gut war, dann im Falle des Steimker Hofes dafür, das Wohnmobil-Dinner zu etablieren. „Wir werden das auf jeden Fall weiter anbieten“, sagt Meyer, „wir haben jetzt schon Konzepte entwickelt, wie wir nach Corona Wohnmobil und Wellness kombinieren können.“ Auch ihre Mitarbeiter seien sehr angetan, sagt sie. Es tut gut, gebraucht zu werden.Kennen Sie schon unseren Chefredaktions-Newsletter?Frühmorgens liefern wir Ihnen eine kompakte Übersicht der wichtigsten Themen des Tages und eine Auswahl der spannendsten Themen aus dem WESER-KURIER – empfohlen von der Chefredaktion. Von Montag bis Freitag direkt in Ihr E-Mail-Postfach. Freuen Sie sich drauf! Hier bestellen – kostenlos und unverbindlich

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